Elektronikgehälter 2010 Im Schnitt 1,3 Prozent mehr

Die Wirtschaftskrise lässt die Gehälter stagnieren. Der neue Gehaltsreport der Personalberatung Interconsult, den elektroniknet exklusiv präsentiert, zeigt die Verlierer und Gewinner in der Elektronikbranche.

Die Wirtschaftskrise hat sich unmittelbar auf die Gehälter ausgewirkt. Im Schnitt stiegen sie 2009 nur um 1,3 Prozent. Angestellte im Bereich Computerhardware und Funknachrichtentechnik mussten sich sogar mit Nullrunden bescheiden. »Man kann sagen, das die Gehälter direkt proportional mit dem Erfolg oder Misserfolg der einzelnen Sparten korrespondierten«, erklärt Graf Reischach, Chef der Personalberatung Interconsult, die die Gehälter in der Elektronikindustrie seit 1982 untersucht und veröffentlicht.

Bilder: 14

Gehaltsreport 2010

Der Gehaltsreport 2010 für die Elektronikbranche

So blieb zum Beispiel die Medizinelektronik von der Krise relativ unbehelligt – mit dem Ergebnis von 2,8 Prozent Gehaltsplus. Damit ist diese Industriesparte Spitzenreiter, mehr gab es nirgendwo sonst. Geringe Zuwächse unter ein Prozent dafür umso öfter: die Computersoftware-Branche bezahlte 0,5 Prozent, die Netzwerktechnologie sogar nur 0,2 Prozent mehr. 0,8 Prozent drauf gab es in der Distribution. Der Bereich Elektromechanik schnitt nur wenig besser ab: glatte 1 Prozent plus im Geldbeutel. Die Halbleiterindustrie erhöhte die Zuwendungen im Bereich Passive Bauelemente um 1,2 Prozent, bei den Aktiven Bauelementen waren es 1,3 Prozent. Ein wenig besser zahlten die Arbeitgeber der Sparte ASICs: 1,6 Prozent plus. Arbeitgeber aus dem Sektor Halbleiterequipment  zahlten 1,4 Prozent mehr.

Erfolgreicher war 2009 für die Automatisierung, folglich fielen hier auch die Saläre üppiger aus: 2,6 Prozent. Mitarbeiter in der Sparte Mikroprozessorsysteme freuten sich über 2,3 Prozent Gehaltserhöhung.

Aktienoptionen haben auch dieses Jahr keine Attraktivität. Sie werden von den Mitarbeitern weiterhin nicht als Einkommensbestandteil angesehen. Leistungsabhängige Zusatzvergütungen dagegen sind ein immer wichtigerer Einkommensbestandteil. Bonusprogramme die nachvollziehbar und von dem jeweiligen Mitarbeiter direkt beeinflussbar sind, finden ebenfalls gute Akzeptanz.

Die Einkommensentwicklung bei den Geschäftsführern ist stark ergebnisorientiert und abhängig von der Größe des Unternehmens. Die Vergütungsberatung Hewitt hat für 2009 branchenübergreifend ein Plus von vergleichsweise mageren 1,3 Prozent ereichet. Auch sie werden variabel und erfolgsorientiert bezahlt: Der erfolgsabhängige Einkommensbestandteil, jeweils produkt- und marktabhängig, variiert in der Elektronikindustrie zwischen 38,4 Prozent und 48,6 Prozent des Gesamteinkommens.

In diesem Jahr gingen so viele Vorbestellungen für den Interconsult-Report ein wie selten. Der Informationsbedarf scheint hoch: was zahlt die Konkurrenz, was kann ich verlangen? Zwar gibt Personalberater Reischach die Stimmung in der Branche mit »verhalten optimistisch« wieder, doch die Angst vor weltwirtschaftlichen Rückschlägen (Griechenland-Krise, explodierende Staatsschulden, erneute Rezessions-Befürchtungen, etc.) sitzt tief in den Chefetagen. Trägt dieser Aufschwung bereits? Das ist die Kernfrage.