Manager-Nachwuchs Hautnah am Chef dran

Dr. Björn Six ist seit fast einem Jahr 
Assistent von Weidmüller-
Vorstandssprecher Dr. Peter Köhler.
Dr. Björn Six ist seit fast einem Jahr Assistent von Weidmüller- Vorstandssprecher Dr. Peter Köhler.

Assistent des Vorstands – keine andere Stellung bietet Berufsanfängern und Young Professionals einen derart tiefen und umfassenden Einblick in ein Unternehmen. Doch nur die Allerwenigsten dürften es auf den Posten schaffen, die Hürden sind hoch, die Anforderungen auch.

Der Wirtschaftsingenieur Dr. Björn Six ist als Vorstandsassistent die rechte Hand von Weidmüller-Vorstandssprecher Dr. Peter Köhler. Er sitzt bei vielen Entscheidungen mit am Tisch, führt intensive Gespräche mit dem dreiköpfigen Vorstandsteam, kennt dadurch natürlich auch die absoluten „top secrets“ des Unternehmens – und weiß loyal darüber zu schweigen.

Six ist erst 30 Jahre alt, kann aber schon so geschliffen formulieren, dass man ihm zutraut, jederzeit spontan ein Heute-Journal-Interview  mit Marietta Slomka zu führen, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen. Dadurch wirkt er auch gleich sehr viel älter. „Das ist eine Fähigkeit, die man mitbringen sollte: keine Scheu vor großen Tieren zu haben“, überlegt der promovierte Wirtschaftsingenieur.

Gute Kommunikationsfähigkeiten gehören seiner Ansicht nach zu den wichtigsten Fähigkeiten eines Vorstandsassistenten. Denn man müsse im Meeting mit Top-Managern auf Augenhöhe reden können, schnell auf den Punkt kommen, rasch das Wesentliche erfassen.

Klar kann das nicht jeder, und schon gar nicht frisch von der Uni – deshalb haben auch nur die allerwenigsten Kandidaten die Chance zu solch einem Karriere-Turbo. Denn das ist er in der Regel: Namhafte deutsche Top-Manager haben ihre Karriere als Assistent begonnen: etwa Wendelin Wiedeking, Martin Winterkorn, Mathias Döpfner, Burkhard Schwenker oder Ekkehard Schulz.

Eine Führungskarriere hat auch Björn Six im Visier, das sagt er ganz offen. „Mich würde es beispielsweise reizen, im Ausland eine Niederlassung aufzubauen“, erzählt er. Fast müßig zu erwähnen: 2005, da war er gerade mal 23 Jahre alt, arbeitete Six in Singapur bereits in der Geschäftsentwicklung von Tesa Tape. Solche Beispiele zeigen recht anschaulich, dass für 99 Prozent der Absolventen der Weg zu einem solchen Edel-Trainee-Programm versperrt bleiben dürfte – und nur der Vollständigkeit halber: Six absolvierte sein Studium mit Prädikat.

Der Doktortitel sei neben sehr guten Noten ebenfalls eine Forderung in der Stellenausschreibung gewesen sei, erinnert er sich. Insgesamt drei Vorstellungsrunden habe es benötigt, bis der blonde ehemalige Leistungssportler das erste Mal mit Dr. Peter Köhler zusammen saß. Und vernimmt erstaunt, dass die Sixsche Regionalliga-Vergangenheit im Badminton tatsächlich ein wichtiger Pluspunkt gewesen sei, ebenso die ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand seines Vereins: „Sportler sind ehrgeizig, durchhaltekräftig, zielorientiert – das sind alles Fähigkeiten, die auch einen Manager auszeichnen“, weiß Six. Das habe Köhler gefallen, der selbst auch engagiert Tennis spiele. Diese Gemeinsamkeit sei schon ein verbindendes Element gewesen, erinnert sich Six. Denn natürlich entscheide angesichts einer solch engen Zusammenarbeit neben allen Fakten schlussendlich das Bauchgefühl – auf beiden Seiten, wie Six betont.