Stipendien-Modell „Festo Bildungsfonds“ Günstige Finanzierung für MINT-Studierende

Der Festo Bildungsfonds fördert mit 22 Partner-Investoren aus der Wirtschaft mittlerweile rund 500 Studierende sogenannter MINT-Fächer. Das Konzept beteiligt Investoren am Erfolg der Studenten, die hier ihren Führungs- und Fachkräfte-Nachwuchs suchen. Rund jeder vierte Antrag wird angenommen.

Einer der ambitionierten Fonds-Teilnehmer ist Christoph Schade. „Auf den Fonds bin ich bei der Internet-Recherche gestoßen“, sagt der 24-Jährige, der sich über Finanzierungsmöglichkeiten seines Elektrotechnik-Studiums informierte. „Studienkredite haben oft viel zu hohe Zinsen, das wird beim Bildungsfonds transparent und fairer gehandhabt“, argumentiert er.

Die 200 Euro, die er monatlich überwiesen bekam und die halbjährliche Semestergebühr von 600 Euro zahlt der Itzehoer nach dem Studium einkommensabhängig zu einem variablen Zinssatz zurück, wenn er einen Job hat. Mit diesen Rückzahlungen werden erneut Studenten finanziert. „Es ist ein gutes Gefühl, dass ich der nächsten Studentengeneration damit helfe“, sagt der ehemalige THW-Jugendleiter, der an einem Teamwork- und Führungs-Training des Bildungsfonds teilgenommen hatte.

„Ich habe viele tolle Leute kennen gelernt und viel über mich erfahren“, erzählt Schade. Besonders freute er sich, dass er von seinem Team und den Coaches hier als hilfsbereit und tatkräftig wahrgenommen wurde.

Der Bildungsfonds wendet sich an angehende Informatiker sowie naturwissenschaftlich-technische Studenten. Unabhängig von Bafög ist das wichtigste Aufnahme-Kriterium für die Studenten ihre Ambition, Erfolg in der Wirtschaft zu haben. Während Coachings und begleiteten Workshops, bei denen die Studenten etwa einen Waldlehrpfad bauen, können Personaler von Partnerfirmen die jungen Leute kennenlernen.

Das Netzwerk besteht neben 23 Technologieführern mit internationaler Ausrichtung aus einem Verbund von 30 Hochschulen. So können die Geförderten etwa gezielt Auslandssemester in ihren bevorzugten Wunschländern machen oder praxisnah Themen für ihre Master- und Doktorarbeit finden, die der Markt braucht.

 „Ein Stipendiat muss erst zurückzahlen, wenn er einen Job hat, in dem er genügend verdient“, erklärt der Leiter des Festo-Bildungsfonds Peter Speck. Die Rückzahlungen sind mit variablem Zinssatz an das künftige Einkommen gekoppelt. Dabei dient ein Kapitalgrundstock von fünf Millionen Euro dazu, dass eine Generation die nächste finanziert, wobei das Kapital bis 2015 auf zehn Millionen aufgestockt wird.

Nur 0,6 Prozent der Studienfonds-Teilnehmer konnten bisher ihr geliehenes Geld nicht vollständig zurückzahlen. Zum Vergleich: Konsumenten-Kredite für Autos haben laut Schufa eine Ausfallquote von bis zu 2,5 Prozent.

2007 noch als Reaktion auf die Einführung von Studiengebühren zusammen mit dem Unternehmen Career Concept initiiert, gingen mittlerweile insgesamt 1600 Bewerbungen ein, rund 100 Geförderte sind bereits in Unternehmen tätig. Nach dem DIHK-Ausbildungspreis 2008 und der Auszeichnung Deutschland - Land der Ideen 2010, hat der Esslinger Fonds nun auch den Top 100-Award erhalten.

Relevant für den Festo Bildungsfonds ist das Talent, das sich nicht nur in Noten, sondern Erfahrungen, Engagement, Sprachen und IT-Kenntnissen wiederspiegelt. Bescheide ergehen innerhalb von drei Wochen, wobei im Schnitt knapp jeder Vierte ein Vertragsangebot erhält. Hinzu kommen Weiterbildungsangebote, Trainings wie das Camp im Mainhardter Wald und Führungs- und Assessment-Coachings, die Karrierechancen verbessern. Ingenieure und Betriebswirte ohne Arbeitsplatz können sich durch zwei Programme betriebswirtschaftlich oder technisch weiterqualifizieren.

Mehr Infos unter www.festo-bildungsfonds.de, www.bildungsfonds.de