Erlebnis Bionik auf der Mitmachmesse Grüne Jobs mit Zukunft

Was die Natur in Millionen Jahren ausprobiert hat, setzt die Bionik in überraschende Innovationen um. Das ist ein guter Bauplan – auch für die berufliche Zukunft.
Was die Natur in Millionen Jahren ausprobiert hat, setzt die Bionik in überraschende Innovationen um. Das ist ein guter Bauplan – auch für die berufliche Zukunft.

Die Vielfalt an Möglichkeiten, die „grüne“ Jobs bieten, zeigt „Green Up Your Future“ auf der FORSCHA 2017: Gelegenheit zum Experimentieren, Programmieren, Tüfteln und Entwickeln.

In Workshops, Werkstätten, bei Wettbewerben und Podiumsdiskussionen erleben Kinder, Jugendliche, Eltern, Pädagogen, Macher und Wissenwoller die Faszination von MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) und mehr. Das alles findet im Rahmen der Wanderausstellung  „Green Up Your Future“ (GUYF) auf der FORSCHA 2017 vom 17. bis 19. November in München im M.O.C. statt.

Ein Hai, an dem man sich reiben kann; ein Wüstenkäfer, der zum Trinken einen Kopfstand macht, und ein Adler, der der Energievergeudung davonfliegt: Die Vorbilder aus der Natur überträgt die Bionik in die Technik – und findet dabei überraschende und zukunftsweisende Lösungen für technische Probleme. Sie öffnen jungen Menschen in der interaktiven Wanderausstellung GREEN UP YOUR FUTURE (GUYF) Türen zu faszinierenden Berufen mit Zukunft.

»Junge Leute wollen etwas Sinnstiftendes und Nachhaltiges tun«, sagt Rainer Erb, Geschäftsführer vom Bionik-Kompetenznetz BIOKON. »Ich finde es deswegen großartig, dass das Bayerische Staatsministerium für Kultus entschieden hat, allen Schülern, die am Freitag zur FORSCHA gehen, schulfrei zu geben.«

Der Besuch lohnt sich

Rainer Erb und seine Kollegen von BIOKON, die sich damit beschäftigen, auf die Technik zu übertragen, was die Evolution an Problemlösungen entwickelt hat (Stichwort Klette und Klettverschluss), haben gemeinsam mit den Experten der Green Economy Academy eine ganz besondere Wanderausstellung auf die Beine gestellt: Das Projekt „Grüne Jobs für die Berufswelt von morgen – Vermittlung und Motivation durch Bionik“ ist auf drei Jahre angelegt und wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf – BBNE” durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

„Green Up Your Future“ soll auf seiner dreijährigen Tour durch Deutschland junge Menschen für das Thema Greening und zukunftsfähige Jobs begeistern. Die Umsetzung der Idee kann als außergewöhnlich bezeichnet werden. Neben einer Indoor-Ausstellung mit Erklärungstafeln und Exponaten stehen im Außenbereich interaktive Portale. Hier können sich die Jugendlichen über freies WLAN mit ihrem Smartphone oder Tablet in eine Augmented Reality (Erweiterte Realität) begeben. Dort wartet zum Beispiel ein virtueller Adler, mit dem man in einem Geschicklichkeitsspiel durch Ringe der Energieverschwendung davonfliegen muss.

„Wir holen die Jugendlichen dort ab, wo sie ohnehin viel Zeit verbringen: an ihrem Smartphone. Sie können dann ihre virtuellen Erlebnisse gleich in den sozialen Medien teilen“, sagt Erb. Nach dem Anreiz zum Spielen mit dem mobilen Endgerät würden die Jugendlichen dann auf die Website http://www.green-up-your-future.de/ geführt. Hier wartet nicht der erhobene Zeigefinger, sondern 15 multimediale Storys von realen Auszubildenden und Studierenden in grünen Berufen.

Realschüler entwickelt Farbanstrich ohne Gift

„James Bond hat Q. – die Natur hat mich“, steht zum Beispiel über dem Film des einstigen Realschülers Heinrich Schmidt. Seine Ausbildung zum Lacklaboranten macht er in einem Farben- und Baustoffunternehmen, das eine Fassadenfarbe nach dem natürlichen Vorbild des Nebeltrinker-Käfers aus der Namib-Wüste entwickelt hat. Die Farbe sorgt dafür, dass die Fassaden nach Regen oder Nebel extrem schnell trocknen und dadurch nicht von Algen oder Pilzen bewachsen werden. So wird eine Reinigung mit giftiger Chemie überflüssig. Die Natur profitiert.