ZVEH-Frühjahrsumfrage 2019 Gesellen, Obermonteure, Azubis gesucht

Das Geschäft im Elektrohandwerk brummt, nie sei die Stimmung besser gewesen, meldet der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) angesichts der aktuellen Frühjahrsumfrage. Für Fachkräfte und Auszubildende hält die Branche eine solide Auftragslage bereit.

Energiedienstleistungen, Digitalisierung und E-Mobilität füllen die Auftragsbücher des Elektrohandwerks. »Elektro- und Informationstechnik entwickeln sich mit rasanter Geschwindigkeit zu Leittechnologien für alle wirtschafts- und lebensrelevanten Bereiche«, berichtet ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi. So sehen das auch beachtliche 98,1 Prozent der vom ZVEH befragten E-Handwerksunternehmen: Vier von fünf Betrieben (81,5 Prozent) beurteilen die wirtschaftliche Lage als gut, die übrigen als befriedigend. Damit wurde der Vergleichswert vom Frühjahr 2018 (97,8 Prozent positiv) noch einmal getoppt.

Der bundesweite Geschäftsklimaindex der E-Handwerke liegt damit auf der Skala von null bis hundert bei 89,9 Punkten, einem neuen Allzeithoch. Seit 2013 ist dieser Wert kontinuierlich gestiegen.

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage decken sich auch mit den kürzlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Branchenkennzahlen für das Jahr 2018. Erstmals mehr als eine halbe Millionen Menschen (500.643) waren demnach in den 50.717 elektrohandwerklichen Unternehmen beschäftigt, die Branche verzeichnet seit Jahren steigende Mitarbeiterzahlen. Allerdings wird es schwieriger, den weiterhin hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken: 61,5 Prozent aller elektrohandwerklichen Unternehmen melden offene Stellen, vor allem qualifizierte Mitarbeiter wie Gesellen (34 Prozent) und Obermonteure (24,5 Prozent) sind gesucht. Ein Viertel der offenen Stellen (24,8 Prozent) ist für Auszubildende reserviert.

Trotz Fachkräftemangels erwirtschafteten die E-Handwerke im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz: 61,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,8 Prozent. Den Löwenanteil machen dabei mit gut zwei Dritteln des Umsatzes Projekte in der Energie- und Gebäudetechnik aus (70,2 Prozent). Erst mit großem Abstand folgen Informations- und Telekommunikationstechnik (11,8 Prozent) sowie Automatisierungstechnik (5,5 Prozent).

Die meisten Aufträge erhalten die E-Handwerksbetriebe aus der gewerblichen Wirtschaft (38 Prozent) und von privaten Auftraggebern (36 Prozent). Der Anteil der öffentlichen Auftraggeber (14 Prozent) und der Wohnungsbaugesellschaften (12 Prozent) am Umsatz ist deutlich geringer.

Fast die Hälfte der Befragten (48,2 Prozent) meldet volle Auftragsbücher für mindestens die nächsten beiden Monate, rund die Hälfte davon sogar über vier Monate. Fast ein Viertel (24,4 Prozent) sind für die nächsten ein bis zwei Monate ausgelastet. Nur neun Prozent haben einen Auftragsbestand von bis zu zwei Wochen. Das hat die Stundenverrechnungssätze in den vergangenen sechs Monaten in die Höhe getrieben: Zwei von drei Betrieben haben sie bei privaten (63,2 Prozent) und gewerblichen Aufträgen (62,1 Prozent) angehoben. Bei öffentlichen Aufträgen hat die Hälfte aller Betriebe (48,8 %) die Stundenverrechnungsätze gesteigert.