Gehalt Gehaltserhöhung abgelehnt - so reagieren Sie richtig

Gehaltserhöhung abgelehnt? In dieser Situation empfiehlt Personalexperte Pascal Köth, Director bei Robert Half, folgendes Vorgehen.

Jede fünfte Fach- und Führungskraft würde sich laut einer aktuellen Robert-Half-Studie nach einem neuen Job umsehen, wenn die erwartete Gehaltserhöhung ausbleibt. Die Entscheidung zum Jobwechsel sollte jedoch nie im Affekt erfolgen.

Lehnt der Chef das geforderte Gehalt ab, sollten Arbeitnehmer nach Rat von Pascal Köth stets professionell bleiben, um das Verhältnis zum Arbeitgeber nicht zu stark zu belasten. Geduld und Fingerspitzengefühl seien nun gefragt: 40 % der Befragten geben laut Studie an, dass sie abwarten und in einem halben Jahr erneut fragen.

Auf einer Begründung sollte man bestehen:
"Sie sollten eine Absage nie stillschweigend akzeptieren. Fragen Sie nach den Gründen für die Ablehnung der Gehaltserhöhung. Ist diese nicht wirtschaftlich bedingt, sollte überprüft werden, ob die eigene Leistung messbar und sichtbar genug für das Unternehmen ist. Klären Sie in einem offenen Gespräch, welche Erwartungen Ihr Chef an eine Gehaltserhöhung knüpft."

Ziele vereinbaren
Köth: "Definieren Sie gemeinsam mit Ihrem Vorgesetzten Ziele. Setzen Sie einen zeitlichen Rahmen für das Erreichen dieser Ziele. Klären Sie, welche Aufgaben und Qualifikationen Sie sich aneignen müssen, um eine aus Ihrer Sicht angemessene Gehaltserhöhung zu erhalten."

Optionen prüfen
Mehr Urlaub, flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, bei Bedarf im Home Office zu arbeiten, sind möglicherweise Leistungen, die der Arbeitgeber stattdessen für den Moment anbieten kann. "Klopfen Sie daher unbedingt diese Optionen ab. Eine Bezuschussung der Fahrtkosten, der betrieblichen Altersvorsorge oder Gesundheitsförderung spart Ihnen Geld und wirkt wie eine indirekte Gehaltserhöhung", rät Köth.

Wann Jobwechsel?
In vielen Unternehmen besteht die Möglichkeit, intern zu wechseln und in einem anderen Verantwortungsbereich oder in einer anderen Abteilung langfristig besser vergütet zu werden. Köth: “Gibt es diese Option nicht und bleibt das Gehaltsniveau auf Dauer nicht zufriedenstellend, sollten Sie prüfen, was der Arbeitsmarkt sonst noch zu bieten hat: Beim Jobwechsel sind höhere Gehaltssprünge von bis zu rund 10 % möglich”.