Lünendonk-Liste 2020 Gedämpfte Stimmung in der Zeitarbeit

„Im Hinblick auf die Herausforderungen der aktuellen Corona-Krise belastet den Zeitarbeitsmarkt bereits ein sehr schwieriges Geschäftsjahr 2019“, sagt Thomas Ball, Partner beim Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder, Mindelheim.
„Im Hinblick auf die Herausforderungen der aktuellen Corona-Krise belastet den Zeitarbeitsmarkt bereits ein sehr schwieriges Geschäftsjahr 2019“, sagt Thomas Ball, Partner beim Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder, Mindelheim.

Bei den 25 führenden Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland sank der Umsatz bereits vor der Coronakrise im Schnitt um -8,2 Prozent gegenüber 2018. Die Top Ten verzeichnet mit durchschnittlich -12,2 Prozent sogar mehr Umsatzrückgang als alle Unternehmen der aktuellen Lünendonk-Liste. Die Aussichten?

Das Geschäftsjahr 2019 sei wesentlich beeinflusst worden von verschärfter Regulierung und einer beginnenden Konjunkturschwäche in der Industrie meldet das Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder. Neben der Höchstüberlassungsdauer als wesentlichem regulatorischem Einfluss spürten die Zeitarbeitsunternehmen vor allem den Fachkräfte- und Personalmangel.

„Im Hinblick auf die Herausforderungen der aktuellen Corona-Krise belastet den Zeitarbeitsmarkt bereits ein sehr schwieriges Geschäftsjahr 2019“, kommentiert Partner Thomas Ball die ersten Ergebnisse der diesjährigen Lünendonk-Studie 2020 „Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland“, die im Juni erscheint. Die sog. “Lünendonk-Liste” ist ein seit 2001 jährlich erscheinendes Ranking der nach Inlandsumsatz führenden Zeitarbeitsdienstleister im deutschen Markt. 

Der breite Nachfragerückgang in der Zeitarbeit ist in den kumulierten Umsätzen der Top 25 abzulesen: Generierten die Top 25 des Jahres 2020 im Geschäftsjahr 2018 zusammen noch 10,8 Milliarden Euro Umsatz, so sinkt dieser für 2019 auf 9,6 Milliarden Euro. Die 25 führenden Unternehmen beschäftigten 2019 im Durchschnitt rund 217.000 Mitarbeiter für den Kundeneinsatz nach 253.300 im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von rund 14,3 Prozent.

Studienautor Ball kommentiert: „Von den fünf Unternehmen der Top 25, die 2019 ohne Zukäufe mit höherem Umsatz als im Vorjahr beenden konnten, ist eine Mehrheit auf die Überlassung von höher qualifizierten Mitarbeitern spezialisiert. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel sind Personaldienstleister gefragt. Neben der in der Regel auf 18 Monate begrenzten Höchstüberlassung sehen sich die Unternehmen vor allem durch den Mangel an qualifiziertem Personal in ihren Marktaktivitäten eingeschränkt.“

In Bezug auf die Corona-Krise in Deutschland zeigten sich die 25 führenden Unternehmen bei der jährlichen Studienerhebung zunächst noch verhalten optimistisch für das laufende Jahr 2020. Sie rechneten mit einer leichten wirtschaftlichen Erholung bei ihren Kunden und aufgrund der Tariferhöhung sowie weniger Feiertagen mit einem durchschnittlichen Umsatzanstieg in Höhe von 3,9 Prozent. Eine separat Ende März durchgeführte Lünendonk-Blitzumfrage zeigte jedoch, dass inzwischen mehr als die Hälfte der dort antwortenden Zeitarbeitsunternehmen mit einem Umsatzrückgang von mehr als 10 Prozent für 2020 rechnen. Immerhin 24 Prozent erwarten, dass der Umsatz maximal bei 8 Prozent unter dem Vorjahr liegen wird.

Die neue Lünendonk®-Liste 2020 „Führende Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland“ steht zum kostenfreien Download bereit.