Hoppenstedt-Branchenmonitor Frauen im Management in der Kfz-Branche unterrepräsentiert

Der Hoppenstedt-Branchenmonitor betrachtet in regelmäßigen Abständen unterschiedliche Wirtschaftszweige in Deutschland und dieses Mal war es die Automobilindustrie. Das Ergebnis: Auch wenn im Privaten oftmals die Frauen beim Autokauf die Kaufentscheidung treffen, der Frauenanteil im Management in der Automobilbranche liegt weiterhin unter dem branchenübergreifenden Bundesdurchschnitt.

Frauen bestimmen in hohem Maße bei Autokäufen mit – auch wenn die Fahrzeuge seltener auf sie zugelassen werden als auf ihre Partner. Das ergab eine Untersuchung von AutoScout24 aus dem Jahr 2010. Nach Professor Ferdinand Dudenhöffer, Gründer und Direktor des „CAR – Center Automotive Research“, kommen insbesondere die deutschen Autobauer bei der weiblichen Kundschaft nicht voran. Gründe hierfür sieht er unter anderem in der fehlenden Produkt-Ausrichtung auf die weibliche Zielgruppe, in der Ansprache, in Marketing und Vertrieb, aber auch im geringen Anteil von Frauen im Management. Eine stärkere Einbeziehung von Frauen in führende Positionen dieser Branche sollte demnach bereits aus wirtschaftlichen Gründen in den Vordergrund strategischer Zukunftsziele rücken.

Die aktuelle Auswertung zeigt, dass der Frauenanteil in Führungspositionen im Top- und Mittelmanagement zusammen in der Kfz-Branche mit 18,3 Prozent 2 Prozent unter dem branchenübergreifenden Bundesdurchschnitt von 20,3 Prozent liegt. Deutliche Unterschiede zeigt die getrennte Betrachtung beider Managementsegmente: Der Anteil von Frauen im Top-Management der Kfz-Branche hat sich seit 2007 nur leicht verändert und sich bis 2012 nur um 0,6 Prozent auf 11,2 Prozent erhöht. Im Mittelmanagement hingegen stieg der Frauenanteil seit 2006 von 19,2 auf 23,9 Prozent. Hier unterlag der Frauenanteil seit dem Jahr 2007 jedoch starken Schwankungen. So ist etwa vom Jahr 2009 auf das Jahr 2010 ein Rückgang von 1,8 Prozent zu verzeichnen.

Eine Untersuchung des Top-Managements in Kfz-Unternehmen nach Unternehmensgröße zeigt, dass die Branche vor allem in großen Unternehmen nur einen geringen Zuwachs vorzuweisen hat. Seit 2006 gab es lediglich einen Anstieg von 0,5 Prozent und seit dem Jahr 2010 zeigte sich ein Rückgang von 4,1 Prozent auf 3,3 Prozent.

Die prozentualen Frauenanteile in Managementpositionen variieren in den Bundesländern erheblich, möglicherweise liegt dies an unterschiedlichen Branchenstrukturen, die noch näher untersucht werden müssen. Mit einem Anteil von 13,5 Prozent ist Hamburg das Bundesland mit dem geringsten Frauenanteil in Führungspositionen in der Kfz-Branche, es folgen Schleswig-Holstein mit 15,0 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 15,8 Prozent. An der Spitze steht Thüringen mit 24,3 Prozent Frauen, dicht gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 23,1 Prozent, sowie Sachsen mit 22,7 Prozent. Auch Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liegen über dem Bundesdurchschnitt.