Bewerbung Es geht auch einfach

Eine Untersuchung unter 50 Großkonzernen in Deutschland zeigt: auf Formalitäten bei der Bewerbung wird immer weniger Wert gelegt. Motivationsschreiben sind nicht mehr relevant, teilweise braucht es nicht mal mehr einen Lebenslauf.  

Die Recruitment-Plattform Taledo hat untersucht, welche Dokumente beim Bewerbungsprozess für IT-Positionen in deutschen Großkonzernen notwendig sind. Nur rund ein Drittel der 50 umsatzstärksten Unternehmen fordert noch ein Motivationsschreiben im Bewerbungsprozess an, gerade einmal 16 der untersuchten Unternehmen fordern noch explizit ein Anschreiben, darunter Porsche und Daimler, Bayer und Vattenfall. 

Bei Bosch und BP hingegen hat man bereits gar nicht mehr die Möglichkeit, der Online-Bewerbung ein Motivationsschreiben beizufügen. Mehr als die Hälfte (56 %) aller Unternehmen überlässt die Entscheidung über das Anfügen eines Anschreibens dem Bewerber selbst.

Ein Großteil der Unternehmen benötigen einen Lebenslauf

Der Lebenslauf ist laut der Untersuchung das meist geforderte Dokument bei Online-Bewerbungsverfahren. Rund 88 % aller Unternehmen fordern einen CV, um die Bewerbung abzuschließen. Bei sechs (12 %) der Großunternehmen ist der Lebenslauf nur optional der Bewerbung beizufügen: etwa bei der Deutschen Post, BayWa, TenneT TSO  und ZF Friedrichshafen. 

Deutsche Bahn AG und Porsche AG fordern am meisten

Bei vier Großkonzernen ist der Online-Bewerbungsprozess am aufwendigsten, da diese sowohl CV als auch Motivationsschreiben und relevante Zeugnisse fordern: Zu diesen 8 % der größten Unternehmen zählen Vattenfall, Hochtief, Media-Saturn-Holding und Porsche.  Auch Rewe fordert relevante Zeugnisse von Bewerbern. Allerdings verzichtet das Kölner Unternehmen auf das Bewerbungsanschreiben.

12 % der Konzerne bieten generell keine Upload-Option für Zeugnisse im Bewerbungsprozess.

Melikshah Ünver, Gründer und CEO von Taledo bewertet diese Entwicklungen als fortschrittlich, sieht aber noch Verbesserungsbedarf. “Das traditionelle Bewerbungsverfahren hoffnungslos veraltet sind, erkennen deutsche Unternehmen nach und nach”, erklärt er. “Im Hinblick auf den Fachkräftemangel und im Zeitalter der Digitalisierung müssen Prozesse schlank, schnell und effizient werden: Sowohl für Bewerber als auch für die Personalabteilungen der Unternehmen”.