Neuer Personalchef bei Rohde & Schwarz »Ein Einser-Abschluss an der TU ist jetzt nicht mehr alles«

Holger Schötz, neuer Leiter Personal und Mitglied der Geschäftsleitung bei Rohde & Schwarz.
Holger Schötz, neuer Leiter Personal und Mitglied der Geschäftsleitung bei Rohde & Schwarz.

Holger Schötz ist neuer Leiter Personal und Mitglied der Geschäftsleitung bei Rohde & Schwarz. Der Manager und Wirtschaftsingenieur aus den eigenen Reihen folgt auf Hans Knapek, der in den Ruhestand geht. Schötz kündigt einen »frischen Wind von außen« an – wir haben ihn zum Interview getroffen.

Markt&Technik: Herr Schötz, einer Ihrer Ingenieure sagte mir letztens in der S-Bahn, er nehme Rohde & Schwarz eigentlich immer noch als typisch mittelständisches Unternehmen wahr – trotz weltweit 11.500 Mitarbeitern und über 2 Mrd. Umsatz. Freut Sie das als neuer Bereichsleiter Personal?
Holger Schötz: Das freut mich schon, denn so nehme ich Rohde & Schwarz ja auch wahr. Man trifft den CEO und den COO in der Schlange vor der Essensausgabe in der Kantine oder sitzt mit ihnen am Tisch. Beide sprechen sehr nahbar mit jedem, das schätze ich sehr und trifft auch sehr gut den Geist des Unternehmens. Denn wir erwarten ja auch, dass unsere Mitarbeiter unternehmerisch mitdenken, so wie es für einen Mittelständler typisch ist. Gleichzeitig sind wir – auch typisch mittelständisch – genauso verlässlich, beziehungsorientiert und geprägt: Eine Zusage ist eine Zusage, Handschlag bedeutet Handschlag. Ich bin stolz darauf, wenn diese Kultur auch so wahrgenommen wird. Und die wir, bei allen Veränderungen, die wir herbeiführen wollen, auch beibehalten möchten. Als zentrale Strategie mit weltweit lokaler Ausprägung.
 

Rohde & Schwarz steht für Technologiekompetenz, der Dr.-Ing. ist gerne gesehen. Wie gehen Sie mit der Konkurrenzsituation um Spitzeningenieure gerade am Standort München um?
Der Dr.-Titel ist für uns wichtig, wenn es um fachliche Expertise geht. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen ist uns dabei seit langem essenziell, um eine frühe Bindung ans Unternehmen zu erreichen. Aber generell suchen wir Macher, mit und ohne Doktortitel, die die Zukunft mitgestalten wollen, und leben dazu eine innovationsfreundliche Unternehmenskultur. Unsere Mitarbeiter sind die besten Botschafter für uns, daher setzen wir auch auf Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme. Und auf Active Sourcing, denn viele Menschen sind nur latent wechselwillig.

Sie sind kein klassischer Personaler mit BWL-Hintergrund, sondern wurden als operativer Manager und studierter Wirtschaftsingenieur aus den eigenen Reihen berufen. Begonnen haben Sie bei Zollner, zuletzt waren Sie stellvertretender Werkleiter in Teisnach und im Anschluss Projektleiter für strategische Initiativen mit globaler Relevanz hier in der Zentrale. Was verbindet Sie mit dem Bereich Personal?
Eine hohe Affinität zu personalrelevanten Themen hatte ich schon immer, Führung, Kommunikation und Weiterbildung haben mich seit jeher angesprochen. Im Werk Teisnach trieb ich die strategische Personalplanung voran und war bei Nachfolgeplanungen und der Führungskräfteentwicklung federführend. Auch in meiner Funktion als stellvertretender Werkleiter kümmerte ich mich um Human-Resources-Themen.