Wettbewerb 'Invent a Chip' Diese Schüler-Chips haben gewonnen

Zahlreichen Sponsoren haben unterstützt: Neben Bosch, Cologne Chip, Globalfoundries, Infineon und Mentor Graphics auch Siemens und DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.
Zahlreichen Sponsoren haben unterstützt: Neben Bosch, Cologne Chip, Globalfoundries, Infineon und Mentor Graphics auch Siemens und DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.

Vom Roboter, der Müll erkennt und aufsammelt, über eine intelligente Arzneimittelverwaltung bis zur schlauen Katzenklappe und die Datenübertragung per Licht reichen die Mikrochip-Projekte beim Schülerwettbewerb ‘Invent a Chip’.

Zum 18. Mal haben das BMBF und der VDE den Wettbewerb an über 3.000 Schulen ausgerichtet. Die Sieger wurden im Rahmen des Mikrosystemtechnik-Kongresses in Berlin ausgezeichnet:

Der mit 3.000 Euro dotierte erste Platz geht an Finn Liebner (16) vom Marie-Curie-Gymnasium in Kirchzarten für sein Projekt „Datenreiches Licht“. An einem Modell demonstriert er die chipgesteuerte Datenübertragung per Licht. Dies ist ein Grundprinzip, das viele von der Infrarotfernbedienung des Fernsehers kennen. Dazu Finn Liebner: „Vorteilhaft ist, dass auf optischem Wege sehr hohe Übertragungsraten von mehreren Terabits pro Sekunde möglich sind. Außerdem ist Licht als Ersatz zu Funksystemen interessant, weil das Funkspektrum zunehmend dichter belegt ist und dadurch häufiger Störungen oder Einschränkungen auftreten.“

Der mit 2.000 Euro dotierte zweite Platz geht an die Geschwister Tara (16) und Connor (14) Albrecht vom Gymnasium Lindlar. Sie kreierten eine „schlaue“ Katzenklappe, die mittels 24 Infrarot-Lichtschranken und der direkten Ansteuerung durch den von ihnen designten Chip funktioniert. So wird erkannt, ob die Katze etwas in ihrem Maul hat, wenn sie das Haus betreten will. Die Geschwister erklären das Prinzip: „Wenn die Katze zum Beispiel eine Maus trägt, dann wird die Katzenklappe gesperrt.“

Platz drei und ein Preisgeld von 1.000 Euro geht an ein weiteres Team vom Gymnasium Lindlar aus Nordrhein-Westfalen. Andreas Kisters (15), Justus Lau (15), Tom Marter (16) und Fabian Weinand (14) entwickelten den „MediController“, eine intelligente Arzneimittelverwaltung. Das Gerät benachrichtigt die Patienten zur richtigen Zeit über anstehende Medikamenteneinnahmen. „Der Sinn dieser Verwaltung ist es, in Krankenhäusern, aber auch im Privathaushalt, die korrekte Verteilung der Tabletten an die Patienten zu übernehmen“, beschreibt das Team seine Idee. „Das Gerät identifiziert seine Nutzer über Key-Cards, was theoretisch die Verwaltung einer nahezu unbegrenzten Menge an Patientendaten ermöglicht.“

Der mit 2.000 Euro dotierte Sonderpreis des Bundesforschungsministeriums geht an Sebastian Fritsch (17), Simon Klier (17), Christian Künzle (17) und Jan-Niklas Weghorn (17) vom Hardenberg-Gymnasium in Fürth. Sie wollen die automatische Bilderkennung verbessern: „Unser Projekt ‚RISCkant‘ ist ein Beschleuniger für künstliche Intelligenz.“ Das Konzept lässt sich dort nutzen, wo leistungsfähige Bilderkennung bei niedrigem Stromverbrauch benötigt wird, wie bei Robotern, Drohnen oder Fahrzeugen. Zu ihrem Konzept, das sie als Open-Source-Projekt zur Verfügung stellen, führen sie weiter aus: „Unser Demonstrator ist ein Roboter, der Zigarettenstummel einsammelt – aber das ist nur ein Beispiel, wie die Technologie eingesetzt werden kann.“

Die prämierten Chip-Ideen setzten sich in einem Teilnehmerfeld von rund 1.600 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis dreizehn durch, die sich am aktuellen Wettbewerb beteiligten. Die zehn besten Teams lernten in einem Praxis-Workshop an der Leibniz-Universität Hannover die wichtigsten Grundlagen des komplexen Mikrochip-Designs.

Die Preisträger erwartet neben den Geldpreisen jetzt die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, Kontakte zu Industrie und Hochschulen sowie Einladungen zu Projektpräsentationen auf Messen und Technikveranstaltungen.