Invent a Chip Die Chipentwickler von morgen

Die Sieger von Invent an Chip 2017.
Die Sieger von Invent an Chip 2017.

Die Autotür denkt mit und verhindert Unfälle, im WC der Zukunft herrscht mehr Privatsphäre und bessere Hygiene, Schwerverletzte sind schonend auf stabilen Krankenliegen im Rettungswagen unterwegs – Jugendliche wurden im Schülerwettbewerb »Invent a Chip« ausgezeichnet.

Den mit 3.000 Euro dotierten ersten Platz sicherte sich Philipp Grube (18) vom Immanuel-Kant-Gymnasium in Bad Oeynhausen für sein Zukunfts-WC. In öffentlichen Toilettenanlagen schützen digitale Zutrittskontrollen mit automatisiertem Ein- und Ausgang vor Staus im Toilettenraum. Die Türen öffnen sich ganz ohne Berührung der Türklinken, auch die Waschbecken sind sensorgesteuert. »Daraus resultieren vor allem ein höherer Hygienestandard, eine optimierte Privatsphäre und eine hohe Benutzerfreundlichkeit«, sagt er.

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Den mit 2.000 Euro dotierten zweiten Platz vergab die Jury an Justus Kaufmann (16), Fabian Eich (16) und Tilmann Bruns (15) vom Gymnasium Lindlar für die innovative Krankenliege zum schnellen und schonenden Transport im Rettungswagen. »Wir stellen ein Krankenwagenmodell vor, dessen bewegliche Liege das Verrutschen des Patienten während der Fahrt verhindert. Beim Beschleunigen oder Bremsen des Krankenwagens, bei Gefälle sowie in Kurven wird die Liege so geneigt, dass keine horizontalen Beschleunigungen auf den Patienten wirken«, beschreibt das Team sein Konzept.

Platz Drei und ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro gehen an Philipp Deuster (18), Julian Liphardt (18) und Alexander Zimmer (18) von der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim. Sie überzeugten die Experten mit einer intelligenten Autotür, die Hindernisse und Gefahren erkennt. »Die Tür öffnet und schließt selbstständig, funktioniert aber auch über einen automatischen Bremsmechanismus«, erklärt das Team.

Der mit 2.000 Euro dotierte Sonderpreis des Bundesforschungsministeriums geht an Florian Winkler (18) vom Werner-von-Siemens-Gymnasium Großenhain. Er verknüpft mit seinem Projekt Technik und Natur, so dass Pflanzen vollautomatisch unter den für sie optimalen Standortbedingungen gedeihen können. Sein Chip steuert das eigens entwickelte Gewächshaus. »Es besteht aus einer Aluminium-Wanne, in der sich die Erde, die Bewässerung, die Belüftung sowie der Feuchte-Sensor befinden. Außerdem hat es ein Plexiglasdach, an das eine Belüftungsklappe, ein CO2-Sensor und die LED-Beleuchtung montiert ist«, erklärt er.

Der Chip zur abhörsicheren Verschlüsselung von Daten über die Polarisation von Licht bescherte einem Team des Leibniz-Gymnasiums in Dormagen ebenfalls eine Einladung nach München und den begehrten Wafer-Pokal. Mit der »Quantenkryptographie« hatte das Quartett außer Konkurrenz im Rahmen eines neuen Schul-Pilotprojektes teilgenommen.

2.150 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis dreizehn beteiligten sich am Wettbewerb, darunter fast ein Drittel Mädchen.

Neben Geldpreisen beschert der Sieg bei »Invent a Chip« den Preisträgern auch die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.  Der Wettbewerb wurde zum 16. Mal veranstaltet und fand bundesweit an über 3.000 Schulen statt.

Auf dem VDE/BMBF-MikroSystemTechnik Kongress in München wurden die Sieger vor Wirtschaft, Politik und Wissenschaft prämiert.