'Divers' in Stellenanzeigen Deutschland im 'divers'-Vergleich

Unternehmen in Deutschland sind seit 1. Januar verpflichtet, das dritte Geschlecht »divers« in ihren Stellenangeboten anzugeben.
Unternehmen in Deutschland sind seit 1. Januar verpflichtet, das dritte Geschlecht »divers« in ihren Stellenangeboten anzugeben.

Seit Beginn des Jahres ist das dritte Geschlecht »divers« offiziell gesetzlich verankert. Jeder zweite Arbeitgeber riskiert eine Klage.

In deutschen Stellenangeboten wird das Geschlecht im Moment nur in 55 Prozent der Fälle angesprochen – womit zahlreiche Arbeitgeber eine Klage riskieren.

Zu diesem Ergebnis kommt die eine aktuelle Jobmarkt-Analyse der Suchmaschine Adzuna, für die insgesamt 620.000 deutsche Stellenangebote aus der eigenen Datenbank auf die Angabe des dritten Geschlechts hin untersucht wurden: »divers«, »x«, »i« für intersexuell oder »gn« für gender neutral aufführten.

Worum geht es? Unternehmen in Deutschland sind seit 1. Januar verpflichtet, das dritte Geschlecht »divers« in ihren Stellenangeboten anzusprechen. So verlangt es das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), welches merkmals-neutrale Stellenausschreibungen vorsieht. Ein Verstoß kann zu einer Klage führen, falls der abgelehnte Bewerber sich diskriminiert fühlt. Das trifft derzeit für knapp jedes zweite Inserat zu.

Im Vergleich der Bundesländer wird »divers« in Sachsen mit einem Anteil von rund 61 Prozent am häufigsten berücksichtigt. Knapp dahinter folgen Thüringen (60,4 Prozent) und Bremen (59,2 Prozent). Den letzten Platz belegt Schleswig-Holstein mit einem Anteil von 48,8 Prozent, dicht gefolgt von Hamburg mit 51,5 Prozent.

Den niedrigsten Wert unter den 100 verglichenen Städten verzeichnen Arbeitgeber in Recklinghausen. In Stellenangeboten der nordrhein-westfälischen Kreisstadt wird das dritte Geschlecht nur in einem Drittel der Stellenangebote (33,9 Prozent) angesprochen. Ähnlich niedrig ist der Anteil in Iserlohn (39 Prozent) und Esslingen am Neckar (39,8 Prozent), die Rang 99 und 98 belegen. Dahinter folgen Trier und Oldenburg mit einem Anteil von rund 40 Prozent.

Auf Platz eins der Analyse befindet sich hingegen das in Baden-Württemberg gelegene Villingen-Schwenningen mit einem Anteil von 68,4 Prozent. Den zweiten Platz belegt Erfurt mit einer Quote von 67,9 Prozent gefolgt von Salzgitter mit 67 Prozent.
In der Logistikbranche wird das dritte Geschlecht in 69,7 Prozent aller Stellenangebote angesprochen - bester Wert des Branchen-Vergleichs. Im Bereich Handel und Bau berücksichtigen mit einem Anteil von 68,5 Prozent jedoch ähnlich viele Arbeitgeber die neue Option. Am niedrigsten ist der Anteil bei Inseraten aus dem Gesundheitswesen: „divers” wird hier nur in 45,6 Prozent der Inserate angesprochen.