Arbeitszeitreport 2016 Deutsche Arbeitszeit in Zahlen

12 % der Beschäftigten häufig außerhalb der Arbeitszeit wegen dienstlicher Angelegenheiten kontaktiert; immerhin 23 % geben an, dass sie manchmal kontaktiert werden.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat 20.000 Mitarbeiter in Deutschland zu ihrer Arbeitszeitrealität befragt. Ein Ergebnis: Flexible Arbeitszeiten prägen die Arbeitszeitrealität vieler Beschäftigten.

Immerhin 80 % der Beschäftigten geben an, in der Regel Wochentags zwischen 7 und 19 Uhr zu arbeiten. Allerdings berichten 43 % der Beschäftigten, mindestens einmal monatlich auch am Wochenende zu arbeiten. Über regelmäßige Rufbereitschaft sind 8 % auch außerhalb ihrer Arbeitszeit an ihre Arbeit gebunden. 22 % geben zudem an, dass ihr Arbeitsumfeld erwartet, dass sie im Privatleben für dienstliche Belange erreichbar sind.  

Tatsächlich werden 12 % der Beschäftigten häufig außerhalb der Arbeitszeit wegen dienstlicher Angelegenheiten kontaktiert; immerhin 23 % geben an, dass sie manchmal kontaktiert werden. Führungskräfte sind häufiger betroffen als Beschäftigte ohne Führungsverantwortung. Aber auch viele Beschäftigte mit einfachen Tätigkeiten sind betroffen. Die ständige Erreichbarkeit ist zudem kein primäres Phänomen in Großbetrieben. Hier liegt der Anteil Betroffener unter dem Durchschnitt. 

Viel Eigenverantwortung

Etwa vier von zehn Beschäftigten haben selber großen Einfluss darauf, wann sie mit ihrer Arbeit beginnen und sie beenden (38 %) oder wann sie ein paar Stunden frei nehmen (44 %). Gleichzeitig erlebt mehr als jeder siebte Beschäftigte häufig und jeder vierte Beschäftigte manchmal kurzfristige Änderungen der Arbeitszeit aufgrund betrieblicher Belange. Zudem arbeiten etwa 7 % der Beschäftigten auf Abruf. 

Das bedeutet: Beschäftigte mit hohen betrieblichen Flexibilitätsanforderungen, wie etwa Arbeit auf Abruf, Rufbereitschaft oder kurzfristigen Änderungen ihrer Arbeitszeit, schätzten ihr gesundheitliches Befinden tendenziell schlechter ein und sind unzufriedener mit ihrer Work-Life-Balance als andere Beschäftigte. Umgekehrt zeigt sich durchgängig, dass sich Einflussmöglichkeiten der Beschäftigten auf die Arbeitszeitgestaltung sowie Planbarkeit und Vorhersehbarkeit der Arbeitszeit positiv auf Gesundheit und Work-Life Balance auswirken. Die konkrete Ausgestaltung der flexiblen Arbeitszeiten im Zusammenspiel zwischen betrieblichen Anforderungen einerseits und Belangen der Beschäftigten andererseits erweist sich somit als eine der zentralen Stellschrauben für flexible und gesunde Arbeitszeitgestaltung, schreiben die Autoren.

48 Stunden pro Woche

Die Studie zeigt zudem, dass überlange Arbeitszeiten weiterhin für viele Beschäftigte relevant sind. So arbeiten 17 % der Beschäftigten durchschnittlich 48 Stunden und mehr in der Woche. Ein Fünftel der Beschäftigten arbeiten im Rahmen versetzter Arbeitszeiten oder in verschiedenen Schichtsystemen. Beide Arbeitszeitformen gehen sowohl mit Einschränkungen der Work-Life Balance als auch mit Einschränkungen im gesundheitlichen Befinden einher.