Success-Branding Den CEO ins Netz bringen

Christoph Schmutz, CIO 8tausender

»Welche Social-Media-Kanäle genau eingesetzt werden, kommt natürlich ganz auf das Unternehmen und die Person an.«
Christoph Schmutz, CIO 8tausender »Welche Social-Media-Kanäle genau eingesetzt werden, kommt natürlich ganz auf das Unternehmen und die Person an.«

Die Wiener Digital-Agentur Ceyond macht mit ihrem '8tausender'-Service Top-Führungskräfte zu digitalen Marken und setzt sie dafür in sozialen Netzwerken erfolgreich in Szene – diskret aus dem Hintergrund. Ein Gespräch mit Co-Founder Christoph Schmutz, dem selbst über 86.000 User auf Twitter folgen.

Markt&Technik: Herr Schmutz, Sie sind ein Unternehmen für das Personal Branding von CEOs, beschreibt Sie das richtig?

Christoph Schmutz: Wir sind ein Wiener Beratungshaus für Digitalisierung und Digital Marketing. Das bedeutet, wir bereiten Unternehmen wie auch ihren MitarbeiterInnen den Weg in die Digitalisierung und stehen ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Spezialisierung liegt vor allem darin, Personen zu Marken, Botschaftern und Themenführern zu machen und sie in pionierhaften Situationen zu unterstützen.

Seit wann gibt es Ihre Firma und was war die Grundidee? Woher stammt der Name?

Unsere Company besteht seit 2017. Die Grundidee dahinter war, dass es im Zeitalter der Digitalisierung vor allem um Einfluss geht. Wie Peter Sondergaard einmal gesagt hat: „Influence scales, Control does not.“ Dabei ist Erfolg ein entscheidendes Stichwort und die Unterscheidung zwischen erfolgreich sein und Erfolg zu seiner Marke zu machen von großer Bedeutung. Wenn man es schafft, dass Erfolg zur eigenen Marke wird, lohnt sich dies nachhaltig gesehen weitaus mehr. Um kurz noch auf die Grundidee zurückzukommen: Der sogenannte 8tausender spielt bei unserer Arbeit eine grundlegende Rolle. Wenn man sich einen Berg dieser Art vorstellt, weiß man sofort: Dieser sticht heraus, überragt alles und ist nahezu unerreichbar. Es gibt 14 Berge über 8000 Meter, wir machen aus 14 Managern absolute Top-Leader!

Was genau ist Ihre Dienstleistung und warum ist sie auf nur 14 Kunden beschränkt? Sie sparen Ihren Kunden Zeit fürs Twittern etc.; was noch?

Was wir unseren KundInnen versprechen, ist exklusiv: von Präsenz über Relevanz bis hin zu richtiger Berühmtheit. Unser Leistungspaket umfasst Social-Media-Branding für die digitale Markenbildung, Top-Executive-Coaching für die Leadership-Entwicklung, Event- & Keynote-Management für eindrucksvolle Bühnenauftritte, Award-Management für das Erreichen von Auszeichnungen und Ghostwriting für das Verfassen von Blog-Beiträgen, Sachbüchern und einer Biografie. Würden wir derartige Dienstleistungen für mehr als 14 KundInnen anbieten, stünden wir uns selbst im Weg und bekämen Probleme, unser Leistungsversprechen einzuhalten. Auch Berge über 7000 Meter spielen in der Top-Riege mit: Unser 7tausender-Produkt ist unlimitiert verfügbar und umfasst ausschließlich unsere Social-Media-Leistungen.

Was wollen Sie für Ihre Kunden erreichen, wie lauten die Kundenwünsche an Sie?

Der 8tausender erzielt vier Benefits für unsere Kunden: der persönliche, internationale Netzwerkausbau, eine exklusive Option, seine Kompetenzen zu vertikalisieren (z.B. der Wandel eines CIO vom Datacenter-Nerd zum Business-Profi), die Entwicklung einer magnetischen Anziehungskraft im War for Talents und einen wertvollen Hebel für die Geschäftskonvertierungen. Wir müssen uns auch bewusst sein, dass im B2B-Umfeld der Mensch, sprich der/die ManagerIn, verkauft und nicht die Unternehmensmarke.

Stellen Sie Ihre Kunden in ein besonders vorteilhaftes Licht? Entspricht dieses immer der Wahrheit?

Wir rücken unsere KundInnen ins richtige Licht, das stimmt. Wir nehmen dabei durch eine gezielte Inszenierung positiven Einfluss auf die digitale Präsenz unserer KundInnen. Wir lehnen es aber strikt ab, durch getäuschte Identitäten, also Fake-Profile, digitale Auftritte zu manipulieren.

Übernehmen Sie auch im Krisenfall, Beispiel Herr Winterkorn?

Das kommt natürlich ganz auf den Krisenfall sowie das Unternehmen dahinter an. Da wir auf Diskretion für unsere KundInnen sehr viel Wert legen, sprechen wir prinzipiell mit niemandem über Personen und Unternehmen, mit denen wir eventuell zusammenarbeiten – tut mir leid.

Sie benutzen dafür sämtliche Social-Media-Kanäle. Was postet man denn z.B. als CEO auf Pinterest?

Welche Social-Media-Kanäle genau eingesetzt werden, kommt natürlich ganz auf das Unternehmen und die Person an. Durch unseren Multichannel-Ansatz managen wir mehrere Plattformen gleichzeitig und stimmen durch eine übergreifende Content-Strategie diese optimal aufeinander ab – passend zum Unternehmen und den Personen dahinter. Wir verwenden Xing für die regionale Vernetzung, LinkedIn für das internationale Networking, Twitter als offenen ExpertInnenkanal, Instagram zum Erstellen von Multimedia-Stories, Pinterest und Slideshare für das Positionieren von Präsentationen, Google+ zur Suchmaschinenoptimierung und YouTube für die Präsentation von Videos.

Der CEO ist eine wichtige Identifikationsfigur an der Spitze des Unternehmens. So wurde Dieter Zetsche unter die LinkedIn-Top-Voices gewählt – wen adelt das jetzt mehr, LinkedIn oder Herrn Zetsche?

Sowohl Herr Zetsche als auch LinkedIn können daraus ihre Vorteile ziehen. Da beide unter enormem Konkurrenzdruck stehen, müssen sie dafür sorgen, dass sie sich von genau dieser abheben. Wenn ein CEO in Social Media plötzlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, ist dies nie das Ergebnis einer gezielten Strategie – es findet einfach statt. Denken Sie nur an Glassbox, wo Sie von Ihren MitarbeiterInnen, KundInnen oder PartnerInnen bewertet werden – ob Sie das nun wollen oder nicht.

Wer beauftragt Sie, der Privatmann oder das Unternehmen?

Sowohl als auch. Moderne Unternehmen erkennen unsere Leistung als eine exklusive Option, sich am Markt zu differenzieren und darauf positiv Einfluss nehmen zu können. Vor allem stellen sie fest, dass ihre ManagerInnen sowie ExpertInnen vor den Vorhang zu stellen und als Markenbotschafter zu positionieren sind, um weiterhin erfolgreich zu bleiben.