Arbeitsrecht Crowdworking - Flexibilität mit verstecktem Risiko

Claudia Knuth, Fachanwältin für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Lutz Abel

Für Unternehmen ist Crowdworking vor allem deswegen attraktiv, weil eine Erweiterung der Unternehmensressourcen auf einen weltweiten Personenkreis schnell und einfach möglich ist - dank zunehmender Digitalisierung. Doch Crowdworking ist arbeitsrechtlich nicht ganz unproblematisch.

Als neue Art des Outsourcings ermöglicht Crowdworking (urspr. von Crowdsourcing) die flexible und zeitnahe Auslagerung von Aufgaben. Das können einzelne Arbeitsschritte eines großen Produktionsprozesses sein oder komplexe Aufgaben wie Entwicklung von Software. Möglich ist sowohl eine gezielte Recherche nach einem Crowdworker, der den Anforderungen des Unternehmens und der Arbeitsaufgabe entspricht, als auch die Auftragsvergabe an die (unbestimmte) Crowd, die die Aufgabe erledigt und das Ergebnis dem Auftraggeber zuschickt.

Beim internen Crowdworking erfolgt die Vergabe der Aufgaben über eine unternehmensinterne Plattform (Intranet oder Drittanbieter). Bei dem unternehmensexternen Crowdsourcing erfolgt die Auftragsvergabe mithilfe einer Internetplattform. Diese vermittelt entweder Crowdworker und Unternehmen miteinander oder dient lediglich als digitaler Marktplatz. Im letzteren Fall wird zwischen dem Crowdworker und dem Auftraggeber direkt ein Vertrag geschlossen. Auch kann die Plattform der einzige Vertragspartner jeweils für den Auftraggeber und den Crowdworker sein. Hier lohnt sich ein Blick in das Kleingedruckte.

Vergütungsmodelle
So vielfältig und flexibel wie die möglichen Formen des Crowdworking sind auch die Vergütungsmodelle.  Beim internen Crowdworking gelten die arbeitsvertraglichen Bestimmungen. Beim externen Crowdworking hingegen gibt es u.a. Preisausschreiben und Windhundrennen. So wird beim Preisausschreiben nur das beste Ergebnis vergütet. Andere Crowdworker erhalten nichts, auch bei rechtzeitiger und vollständiger Erfüllung. Beim Windhundrennen erhält der schnellste Crowdworker die Vergütung. Auch hier erhalten die übrigen keine Vergütung. Daneben stehen die Klassiker: Zum einen kann die Vergütung nach dem erteilten Auftrag erfolgen oder nach der Zeit, die aufgewendet wurde.