Wie man den Sinn vermittelt Corona und die MINT-Fächer

Die Elektronikindustrie leistet gerade einen wichtigen Beitrag. So basiert zum Beispiel die Steuerung von Beatmungsgeräten auf Chip-Komponenten. Wissen das etwa - Verweis auf die Studienanfängerzahlen - zu wenige außerhalb der Branche? Lichtblicke zeigen, wie man Interesse weckt.

Nicht nur die Begrenzung der Erderwärmung oder die Bekämpfung des Plastikmülls erfordern technische Lösungen und damit MINT-Experten. Aktuell ist es das Coronavirus, das die Elektronikindustrie – vor allem die Medizintechnik – eindrücklich herausfordert. Einen starken Anstieg der Nachfrage im Bereich von medizintechnischen Geräten verzeichnete z.B. der deutsche Leiterplattenhersteller KSG in den letzten Wochen. Analog Devices will bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie helfen und die Produktion seiner Gesundheitstechnologien, die zur Bekämpfung von COVID-19 beitragen können, beschleunigen.

Die Halbleiterindustrie kann wichtige Meilensteine vorweisen, etwa als Produzent für Komponenten medizinischer Geräte. So wurde bereits 2018 ein Chip bei der Erkennung des Ebola-Virus während der Epidemie erfolgreich eingesetzt. Ebenso stammen die Präzisionsdüsen für den Einsatz in Inhalatoren zur genauen Dosierung von Medikamenten aus der Branche – ebenso wie ein Produkt, das zur Entwicklung personalisierter Medikamente beiträgt, indem es einzelne Zellen analysiert

Müsste man nicht noch stärker informieren, woran Elektroingenieure so arbeiten und den ‘Sinn’ an potenzielle Studierende transportieren? Denn auch Personalberater registrieren durchaus, dass Kandidaten immer öfter die ‘Sinnfrage’ stellen. 

Gerade Frauen übrigens, die man doch für ein Studium der Elektrotechnik begeistern möchte: »MINT-Fächer können wir nicht nur auf rationaler und informativer Basis bewerben«, sagt Prof. Dr. Ing. Klaus Diepold, Fakultät für Elektrotechnik, TU München. Schon gar nicht, wenn es um die Zielgruppe junger Frauen gehe, bei denen der ‘Sinn’ bei der Frage nach der richtigen Studienwahl eine besonders große Rolle spielt. 

Prof. Diepold erfand daher die Webserie ‘Technically Single’»Hier möchten wir ein emotionales Element ins Spiel bringen, weil auch die Studienwahl oft emotional erfolgt.«

Und auch der ZVEI hat schon früh erkannt, wie man die junge Zielgruppe adressiert. Seit 2017 gibt es die Videoreihe “Watts on” (auch auf youtube), die von YouTuber Cedric Engels produziert wird. Watts On richtet sich an ein junges Technik-interessiertes Publikum und deckt die Themen Industrie 4.0, Energie, Mobilität, Gesundheit und Gebäude ab. Engels vloggt auf seinem eigenen Kanal über wissenschaftliche Themen, unter dem Künstlernamen Doktor Whatson. 

Unterhaltsam informiert ‘Mailab’ von Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim (derzeit in Babypause) zu naturwissenschaftlichen Phänomenen. Und das offenbar sehr erfolgreich: Das Portal hat 643.000 Abonnenten.