China-Experte warnt Chinesische Auslandsstudierende riskieren Festnahme bei Rückkehr

Chinesische Studierende an ausländischen Hochschulen sind zunehmend in Gefahr, in ihrer Heimat für Aktivitäten bestraft zu werden, die im Land ihres Studienaufenthaltes rechtmäßig sind. Dies belegen zwei kürzlich bekannt gewordene Fälle, wie das Mercator Institute for China Studies berichtet.

In Deutschland bilden Chinesen die größte Gruppe ausländischer Studierender: Rund 42.000 sind dort zurzeit eingeschrieben. Es dürften nun nicht nur hierzulande Diskussionen darüber folgen, ob genug für die Unterstützung chinesischer Gaststudenten getan wird, so MERICS in einer Meldung.

Kürzlich war laut MERICS der Fall eines chinesischen Studenten bekannt geworden, der an der University of Minnesota in den USA studiert hatte und im Juli 2019 während eines Heimatbesuchs verhaftet wurde. Der 20-jährige Luo Daiqing wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil er 2018 in den USA in Tweets Xi Jinping verspottet hätte. Der Fall wirft laut der CHina-Experten die Frage auf, wie weit chinesische Gesetze über Landesgrenzen hinausreichen können.

Im Januar wiederum sei bekannt geworden, dass eine der Minderheit der Hui angehörende Studentin in den USA während ihres Heimatbesuchs verhaftet und in einem Lager in Xinjiang festgehalten wurde. Vera Zhou, die über eine dauerhafte US-Aufenthaltsgenehmigung verfügt, hat einen VPN-Zugang benutzt, um ihr Gmail-Konto zu öffnen und eine Hausarbeit zu versenden. Die private Nutzung eines VPN-Zugangs ist in China legal, doch ihr Handeln wurde als religiöser Extremismus bewertet. Die 24-Jährige wurde fünf Monate lang in einem Umerziehungslager festgehalten. Während dieser Zeit verlangte die Universität in den USA weiter Studiengebühren von ihr.

MERICS-Expertin Mareike Ohlberg: „Universitäten im Westen müssen sich der Risiken bewusst sein, denen chinesische Studierende ausgesetzt sind. Sie müssen Unterstützung anbieten, wenn Studierende in ähnliche Situationen geraten. Bislang sind erst diese beiden Fälle bekannt. Doch wir können davon ausgehen, dass es nicht die letzten sind.“