Spin-off der TU München Celonis gewinnt Deutschen Zukunftspreis

Prozesse in Unternehmen verbessern mit Prozess Mining und künstlicher Intelligenz: Das 2001 von der TU München ausgegründete Unternehmen Celonis hat den mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis gewonnen.

Der Deutsche Zukunftspreis 2019 geht an Alexander Rinke, Martin Klenk und Bastian Nominacher von Celonis. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh die Auszeichnung am Mittwochabend in Berlin. 

Celonis hat eine Software entwickelt, die Prozesse analysieren und effizienter gestalten kann. Mit »Process Mining« lassen sich Unternehmensprozesse über alle Abteilungen, Hierarchieebenen, Regionen und IT-Umgebungen hinweg untersuchen, visualisieren und verbessern. Die Technologie nutzt dazu aus digitalen Geschäftsabläufen generierte Daten, die in sogenannten Event Logs festgehalten werden. Durch deren Auswertung rekonstruiert das System die Prozesse sowie ihre gegenseitigen Verbindungen und Abhängigkeiten. Die Software erkennt dabei auch Engpässe oder Abweichungen von Zielvorgaben – und das bereits bevor sie eintreten.

Celonis ist das bislang jüngste Team, das mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet wurde. Die Basis für die neue Technologie entwickelten die drei Nominierten als Studenten an der TU München und gründeten dort die heutige Celonis SE als Spin-off. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 800 Mitarbeiter in Europa, den USA und Asien.

Das Potenzial von Process Mining ist erheblich: Experten sehen darin eine neue Schlüsseltechnologie für Industrie und Organisationen, die Kosten senken und Produktivität sowie Sicherheit erhöhen kann. Prozess Mining wird inzwischen von einer Vielzahl von Großkonzernen weltweit verwendet. Der Wert von Celonis wird mittlerweile auf über eine Milliarde Euro taxiert.

Der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ist eine Auszeichnung für technologisch besonders innovative Forschungsprojekte, die in die wirtschaftliche Umsetzung gelangen und Arbeitsplätze schaffen. Die Ehrung wird jährlich vergeben und ist mit 250.000 Euro dotiert.