»Nach wie vor fehlen Tausende Spezialisten« Bitkom: »Jede zweite Hightech-Firma sucht Mitarbeiter«

53 Prozent der deutschen ITK-Unternehmen wollen laut Bitkom Personal aufbauen.

Gute Aussichten für ITK-Spezialisten: 53 Prozent der deutschen ITK-Unternehmen wollen laut Bitkom Personal einstellen. Neue Mitarbeiter werden vor allem in den Bereichen Software und IT-Services gesucht. Derzeit gibt es rund 20.000 offene Stellen in der Branche.

Die IT- und Telekommunikationsbranche ist heute nach dem Maschinen- und Anlagenbau der  zweitgrößte Arbeitgeber in der deutschen Industrie und beschäftigt rund 846.000 Menschen. Das zeigt ein Vergleich der aktuellen Verbandszahlen.

»Unser junger Wirtschaftszweig hat in kürzester Zeit eine herausragende Bedeutung gewonnen – auch im Arbeitsmarkt«, kommentiert Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. »Die Bitkom-Branche wird weiter zulegen«, ist sich Scheer sicher, denn in den kommenden Jahren müssten die wichtigsten Infrastrukturen durch IT intelligent gemacht werden: Verkehrssystem, Energienetze, Behördennetze sowie das Gesundheits- und Bildungssystem. »Der Bedarf an  Spezialisten, die diesen Wandel gestalten, ist enorm.«, sagt Scheer.

Derzeit 20.000 offene Stellen in der ITK-Branche

Die meisten Mitarbeiter – 599.000 – sind im Bereich Informationstechnik tätig. In der  Telekommunikation arbeiten 236.000 Menschen, die digitale Unterhaltungselektronik zählt  11.000 Beschäftigte. »2010 wird der Arbeitsmarkt in der ITK-Branche voraussichtlich leicht wachsen«, so Scheer. So wollen laut einer neuen Bitkom-Umfrage 53 Prozent der deutschen ITK-Unternehmen ihr Personal verstärken, 30 Prozent möchten es auf dem aktuellen Niveau halten und lediglich 17 Prozent müssen Arbeitsplätze reduzieren.

»Neue Mitarbeiter werden vor allem in den Bereichen Software und IT-Services gesucht«, erläutert der Bitkom-Präsident. Derzeit gibt es rund 20.000 offene Stellen in der ITK-Branche. Jedes dritte IT-Unternehmen gibt an, dass der Fachkräftemangel seine Geschäftstätigkeit bremst.

Laut einer Studie im Auftrag der EU-Kommission wird die Nachfrage nach IT-Experten in  Deutschland in den kommenden Jahren beständig über dem Angebot liegen. »Der  Expertenmangel hat strukturelle Gründe, die mit mehr Nachdruck angegangen werden müssen«,  sagte Scheer. Im Zentrum stehen aus Sicht des Bitkom die Modernisierung des Bildungssystems, die Steigerung des Frauenanteils in der Branche und eine aktive Zuwanderungspolitik.