42.000 zusätzliche Jobs Bitkom-Branche wächst um 2 Prozent

Bitkom-Präsident Achim Berg
Bitkom-Präsident Achim Berg

Die Digitalbranche profitiert von der Digitalisierung und trotzt damit dem allgemeinen Abwärtstrend. Die Umsätze legten deutlich zu, der Aufbau von 42.000 zusätzlichen Jobs wird gemeldet. Der Ausblick auf 2020 ist allerdings etwas verhaltener.

Nach Bitkom-Berechnungen steigen die Branchenumsätze 2019 um 2,0 Prozent auf 170,3 Milliarden Euro. Die ohnehin schon guten Erwartungen zu Jahresbeginn würden damit sogar noch übertroffen, ursprünglich ging Bitkom für dieses Jahr von einem Umsatz von 168,5 Milliarden Euro aus.

Der Bitkom-ifo-Digitalindex blieb im Juli 2019 im Vergleich zum Vormonat nahezu unverändert bei 24,2 Punkten (-0,1). Während die aktuelle Geschäftslage rückläufig ist (42,7 Punkte, -3,3), stiegen die Geschäftserwartungen (7,1 Punkte, +2,5). Bei der Beschäftigung rechnet Bitkom bis Jahresende mit einem Anstieg um 42.000 auf 1,191 Millionen Jobs. 2018 wurden in der Branche 51.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen – so viele wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr.

„Die zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft treibt das Wachstum in der Bitkom-Branche. Die Krise der exportorientierten Industriezweige schlägt sich bislang nicht auf die Unternehmen der IT und Telekommunikation durch“, sagt Bitkom Präsident Achim Berg – und appelliert zugleich an Unternehmen und Verwaltungen: „Gerade wenn sich die konjunkturelle Lage eintrübt, müssen die Unternehmen ihre Prozesse und Geschäftsmodelle überprüfen. Sie müssen effizienter und damit wettbewerbsfähiger werden und auf die wachstumsstarken Digitalmärkte setzen. Jetzt die notwendigen Investitionen in die Digitalisierung zurückzustellen, wäre fatal. Jetzt muss es heißen: nicht reden, sondern machen. Und in aller Konsequenz und ohne Wenn und Aber digitalisieren.“

Das Wachstum der Bitkom-Branche wird weiter maßgeblich durch die Informationstechnik bestimmt. Die Umsätze in diesem größten Teilmarkt steigen laut Bitkom-Prognose 2019 um 3,2 Prozent auf 93,6 Milliarden Euro. Software wächst am kräftigsten mit einem Plus von 6,3 Prozent auf 26,0 Milliarden Euro. Ebenfalls überdurchschnittlich wächst der Markt für IT-Dienstleistungen, inklusive Projektgeschäft und IT-Beratung, mit einer Steigerung um 2,4 Prozent auf 40,9 Milliarden Euro. „IT-Dienstleistungen sind quer durch alle Branchen gefragt. Jedes Unternehmen braucht IT-Beratung und Software-Lösungen, wenn es darum geht, neue Produkte und Services anzubieten und Geschäftsprozesse zu optimieren“, sagt Berg. Im Geschäft mit IT-Hardware erwartet der Bitkom um 1,5 Prozent auf 26,7 Milliarden Euro steigende Umsätze.

Telekommunikation wächst in allen Segmenten

Nach schwierigen Jahren ist die Telekommunikation seit 2018 (+2,1 Prozent) wieder auf Wachstumskurs. 2019 wird eine Steigerung um 1,8 Prozent auf 68,2 Milliarden Euro erwartet. Während die Umsätze mit TK-Endgeräten wie insbesondere Smartphones um 9,7 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro kräftig zulegen, wachsen die Investitionen in die TK-Infrastruktur um 1,9 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro.

Keine Veränderungen gibt es im Geschäft mit TK-Diensten. Es bleibt bei einem Gesamtumsatz von 48,6 Milliarden Euro stabil. Berg: „Nach der Versteigerung der 5G-Frequenzen ist vor dem Netzausbau.“ Die Netzbetreiber würden kräftig investieren, um die Mobilfunknetze aufzurüsten und engmaschiger zu knüpfen.

Die Umsätze mit Unterhaltungselektronik sind weiter auf Talfahrt. Auch 2019 gibt es wieder ein kräftiges Minus von 7,7 Prozent. Die Umsätze schrumpfen auf 8,6 Milliarden Euro. „Der Markt für Consumer Electronics ist stark unter Druck. Zwar bleiben die Preise nahezu stabil, aber es werden weniger Geräte verkauft“, sagt Berg.

Im kommenden Jahr soll sich das Wachstum im ITK-Gesamtmarkt nach Bitkom-Berechnungen fortsetzen. Allerdings fällt die Prognose mit einer Umsatzsteigerung von 1,6 Prozent auf 173,1 Milliarden Euro etwas schwächer als für dieses Jahr aus.