Markt&Technik Employer Pitch 2018 »Bewerber wollen wissen, wie das Unternehmen tickt«

'Bewerber wollen wissen, wie das Unternehmen tickt': Sascha Baron, Geschäftsführer dreilandmedien GmbH.
'Bewerber wollen wissen, wie das Unternehmen tickt': Sascha Baron, Geschäftsführer dreilandmedien GmbH.

Beim Markt&Technik Employer Pitch geht es darum, sich als Arbeitgeber authentisch zu präsentieren und breit getretene Werbefloskeln zu vermeiden. Warum, erklärt Sascha Baron, der sich auf Storytelling im Employer Branding spezialisiert hat.

Herr Baron, Sie haben sich auf authentische Arbeitgeber-Kommunikation spezialisiert, auf Storytelling im Employer Branding. Können Sie kurz erklären, was das Besondere ist?
Das heißt wir erzählen die Geschichten der Mitarbeiter, machen Unternehmen mit Videos, Fotoserien und Podcasts greifbar und erlebbar. Ich habe lange Jahre als Journalist für Radio- und Fernsehsender gearbeitet, hunderte von Interviews geführt und Geschichten erzählt. Im Prinzip mache ich jetzt mit dreilandmedien genau das Gleiche, allerdings geht es jetzt um die Arbeitswelten von Unternehmen.

Was läuft denn schief in der herkömmlichen Bewerber-Ansprache?
Bewerber wollen wissen, wie tickt das Unternehmen? Wie muss ich mir die Arbeit vorstellen? Sind die Kollegen nett? Habe ich genügend Freiheiten? Kann ich die Arbeit mit meinem Privatleben verbinden.
Also alles Gründe, warum ich mich dort bewerben soll. Und genau hier tun sich Unternehmen in der Kommunikation schwer. Auf den Karriereseiten findet man oft nur wenig aussagekräftige Informationen. Viele Begriffe sind austauschbar und sinnentleert. Für Bewerber ist das Unternehmen oftmals eine Blackbox.
Der erste Schritt ist also, erst mal zu zeigen, wer im Unternehmen arbeitet, was die Mitarbeiter antreibt und motiviert. Warum sie gerne dort arbeiten. Hier eignen sich vor allem journalistische Beitragsformen wie Interview, Reportage oder auch Podcasts. Also kleinteilige Geschichten, die in der Summe ein Gesamtbild der Arbeitgebermarke geben.

Sie waren spontan überzeugt vom Markt&Technik Employer Pitch, der die Idee des »Elevator Pitchs« aufgreift: in kurzer Zeit einen Investor zu überzeugen, zu investieren. Auch ein Bewerber ist ja eine Art Investor: er investiert sich selbst als Mensch und Arbeitskraft. Was wollen Bewerber Ihrer Erfahrung nach hören? Und wie bringt man das in 60 Sekunden unter? Ein paar Tipps vielleicht?
Ich würde jetzt nicht unbedingt 10 Gründe runterrattern, warum ich ein guter Arbeitgeber bin, sondern eine Geschichte erzählen, die das veranschaulicht. Bin ich beispielsweise ein besonderes familienfreundliches Unternehmen, kann ich eine Mutter oder ein Vater erzählen lassen, wie er seine Arbeit organisiert. Ist man besonders Stolz auf seine flachen Hierarchien, bietet sich an einen »Macher« erzählen zu lassen, wie er die Freiräume genutzt hat um Kreatives zu schaffen.

Am 21. Juni findet der erste von zwei Drehtagen hier bei uns im Verlag statt. Wie wird der ablaufen?
Wir bauen bei Markt&Technik ein Interviewset auf. Also Kamera, Ton und Licht. Die Unternehmen können dann die 60 Sekunden nutzen, um vor der Kamera ihre Geschichte zu erzählen. Sie sprechen dabei den Bewerber direkt an, d.h. sie gucken in die Kamera. Das können mehrere Personen sein oder nur eine Person. Jedes Unternehmen kann sich in den 60 Sekunden kreativ austoben. Man kann beispielsweise eine Geschichte auch nur in Bildern erzählen, also ohne das viel gesagt wird.

Anfang Juli werden wir die ersten Pitch-Videos auf markt-technik.de veröffentlichen und ab 10 Teilnehmer-Videos stimmen unsere Leser ab und küren den Sieger des Markt&Technik Employer Pitches, den wir dann auf der electronica auszeichnen werden. Was können potenzielle Teilnehmer erwarten, was bringt ihnen das?
Authentische Arbeitgeber-Videos werden immer wichtiger im Recruiting. Bewerber wollen wissen, wie das Unternehmen tickt. Weiche Faktoren wie Arbeitsklima oder Work-Life-Balance werden bei der Auswahl des  neuen Arbeitgebers immer wichtiger. Und Arbeitgebervideos können hier ein ideales Werkzeug sein, um die weichen Faktoren glaubhaft zu kommunizieren.