Prognos-Studie ‘Arbeitslandschaft 2025’ Berufsausbildung schlägt Hochschule

vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Sicherung von Fachkräften bleibt auch in den nächsten Jahren akut, meldet die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft auf Basis einer Prognos-Studie. Künftig fehlen aber nicht in erster Linie Akademiker, sondern Experten mit Berufsausbildung.

Im Jahr 2025 werden der Studie zufolge 2,9 Millionen Fachkräfte am deutschen Arbeitsmarkt fehlen. Zwar gehe in den meisten Branchen bis 2025 die Nachfrage nach Fachkräften zurück, zum Beispiel im Handel deutschlandweit um 130.000 Beschäftigte, genauso wie in der öffentlichen Verwaltung. In anderen Branchen dagegen steige die Nachfrage, etwa im Bereich der EDV, bei der Herstellung von elektronischen und optischen Geräten, von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, im Informations- und Kommunikationssektor, bei unternehmensnahen Dienstleistungen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch bei den einzelnen Berufsbildern ergibt sich ein heterogenes Bild.

Gleichzeitig schrumpfe in den nächsten Jahren die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter erheblich, so dass unter dem Strich eine Fachkräftelücke entstehe, so vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Besonders deutlich zeigt sich der Mangel bei den beruflich Qualifizierten. Deren prozentualer Anteil an der Lücke wird laut Studie bis zum Jahr 2025 deutlich auf über 80 Prozent ansteigen. Auf Akademiker und Personen ohne berufliche Qualifikation entfallen dagegen nur noch sieben beziehungsweise elf Prozent der Lücke. Bei den Akademikern ergibt sich der Mangel vor allem durch fehlenden Fachkräfte im Bereich der Ingenieurwissenschaften.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Bayern bleibt – nicht zuletzt dank der starken Industrie – bis zum Jahr 2025 bei knapp 7,5 Millionen Personen annähernd konstant. ‘Durch die Alterung der Gesellschaft reduziert sich auch in Bayern das Arbeitskräfteangebot, obwohl die demografische Entwicklung hier im Vergleich zu Deutschland insgesamt günstiger ist. Doch auch in Bayern wird sich bis 2025 eine Fachkräftelücke von etwa 350.000 Personen auftun’, so Brossardt.

Gelinge es nicht, den Fachkräftebedarf zu decken, können nach Einschätzung der vbw Produktions- und Wachstumspotenziale nicht ausgeschöpft werden, Investitionen am Standort müssten unterbleiben. Die vbw hat deshalb zusammen mit der bayerischen Staatsregierung die Initiative Fachkräftesicherung+ ins Leben gerufen. Gemeinsames Ziel ist es, bis zum Jahr 2023 rund 250.000 zusätzliche Arbeitskräfte für die bayerische Wirtschaft zu gewinnen.