Metall- und Elektroindustrie in Bayern Angst vor Verlusten und Kündigungen

vbw Hauptgeschäftsführer Brossardt.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands vbm.

Viele Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie erwarten durch die Corona-Krise rote Zahlen im laufenden Jahr und denken über Kündigungen nach, meldet der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie.

«Rund 40 Prozent der Unternehmen befürchten für 2020 Verluste», sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands vbm, Bertram Brossardt, am Donnerstag in München. Der Verband hat 319 seiner Mitgliedsunternehmen zur aktuellen Lage befragt.

«Nahezu alle befragten Betriebe spüren bereits negative Folgen», betonte Brossardt. Fast alle hätten auch bereits Maßnahmen ergriffen oder würden dies in Kürze tun. Teilweise sind sie drastisch: Gut 17 Prozent der Betriebe nennen in diesem Zusammenhang Kündigungen. Bei knapp 10 Prozent geht es sogar um die Schließung von Geschäftsbereichen.

Unbezahlte Freistellungen - inklusive Kurzarbeit - stehen der Umfrage zufolge bei knapp 70 Prozent der Betriebe auf dem Plan, Heimarbeit bei 63 und vom Chef angeordneter Urlaub bei 62 Prozent. Zudem haben gut 58 Prozent die Produktion gedrosselt oder planen dies.

Insgesamt erwarten knapp 76 Prozent der Unternehmen, dass ihre Produktion 2020 sinken wird. Besonders stark betroffen sind die Autoindustrie und ihre Zulieferer wo knapp 86 Prozent der Betriebe mit Rückgängen rechnen. Dementsprechend sind dort Maßnahmen wie die Schließung von Geschäftseinheiten besonders oft Thema.

Häufig wollen Unternehmen nun auch die von der Politik beschlossenen Hilfen nutzen, wie Brossardt erklärt. Sehr viele täten dies bereits bei den flexibleren Arbeitszeitregelungen und der Kurzarbeit. «Viele Betriebe wollen auch die Stundungen von Steuer- und Beitragszahlungen sowie die Soforthilfen nutzen», sagte er.