Arbeitsmarkt Abschluss 2009: Bachelor, Master und Magister im Vergleich

Was kommt nach dem Studium? Bachelorabsolventen, die beispielsweise einen Master machen verdienen 51.900 Euro und sind selten arbeitslos.

Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung hat Absolventen des Abschlussjahrgangs 2009 nach ihrem beruflichen Erfolg befragt. Die Mehrheit ist zufrieden, hat einen Job und verdient gut. Doch nicht alle Absolventen profitieren.

Die konkrete berufliche Situation der Absolventen hängt sehr stark vom Studienfach und vom erworbenen Abschluss ab. Absolventen mit einem traditionellen Abschluss (Diplom, Magister, Staatsexamen) sind zumeist sehr schnell in Erwerbstätigkeiten übergegangen. Fünf Jahre nach dem Studienabschluss sind zwei (FH) bzw. drei Prozent (Uni) von ihnen arbeitslos. Gründe für eine Nichterwerbstätigkeit sind häufig noch laufende Promotionen oder Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Familienphasen. Zum Befragungszeitpunkt sind Absolvent(inn)en mit einem traditionellen Abschluss nur selten inadäquat beschäftigt (8 % FH, 7 % Uni). Inklusive fixer Zulagen liegt das Bruttojahreseinkommen von Vollzeiterwerbstätigen bei 53.350 Euro (FH) und 47.000 Euro (Uni). Diese Mittelwerte verdecken jedoch große Unterschiede zwischen den Fachrichtungen. So verdienen Sozialarbeiter mit Fachhochschuldiplom im Schnitt rund 40.300 Euro, Mathematiker oder Mediziner erzielen dagegen Einkommen von über 65.000 Euro.

Inadäquate Beschäftigung nicht bei MINT-Fächern

Für Bachelorabsolventen steht nach dem ersten Abschluss zunächst die Entscheidung an, ob sie noch einen Masterabschluss machen oder direkt ins Erwerbsleben einstiegen. 62 % der FH- und 85 % der Universitätsbachelors nehmen ein Masterstudium auf. Bachelorabsolventen, die direkt erwerbstätig werden, sind fünf Jahre nach dem Erstabschluss ebenfalls selten arbeitslos (2 %) und mehrheitlich erwerbstätig. Auch sind sie zumeist in Familienphasen, sofern sie nicht erwerbstätig sind. Allerdings ist der Anteil an inadäquat Beschäftigten etwas höher (16 % FH, 24 % Uni) als unter Absolventen traditioneller Abschlüsse. Besonders hoch sind diese Anteile in wirtschafts- und geisteswissenschaftlichen Fächern. In den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) liegen sie dagegen deutlich darunter. Bachelorabsolventen ohne einen zusätzlichen Masterabschluss erzielen fünf Jahre nach dem Abschluss inklusive Zulagen ein Bruttojahreseinkommen von 51.300 Euro (FH) und 43.100 Euro (Uni). Auch hier variieren die Einkommen stark zwischen den Fachrichtungen – deswegen gibt es auch so deutliche Unterschiede zwischen den Gesamtwerten von Universitäten und Fachhochschulen.

Geringe Arbeitslosigkeit im Master

Bachelorabsolventen, die zunächst noch ein Masterstudium absolvieren, stehen fünf Jahre nach dem Erstabschluss noch nicht so lange im Berufsleben wie ihre Kommilitonen, die unmittelbar nach dem Bachelorabschluss erwerbstätig werden. Dennoch sind auch von ihnen ebenfalls nur sehr wenige arbeitslos (1 % FH, 3 % Uni). Allerdings ist der Grund für eine Nichterwerbstätigkeit in dieser Gruppe nur selten eine familienbedingte Erwerbsunterbrechung. Viele der Befragten befinden sich beispielsweise noch in der Promotionsphase. Inadäquate Beschäftigung ist unter Masterabsolventen eher selten. Die Jahresbruttoeinkommen inklusive Zulagen liegen bei 51.900 Euro (FH) und 48.350 Euro (Uni). Zwar verdienen sie damit teilweise etwas weniger als Absolventen traditioneller Abschlüsse, allerdings verfügten sie zum Befragungszeitpunkt auch über rund zwei Jahre weniger Berufserfahrung. In weiterführenden Analysen konnte nachgewiesen werden, dass die Dauer der Berufserfahrung ein wesentlicher Grund für die Einkommensunterschiede ist.