Barack Obama in München A gmahde Wiesn

Obama teilte auch gegenüber den großen amerikanischen Tech-Konzernen aus, ohne sie beim Namen zu nennen. „die ihr Geld lieber in eigene Projekte stecken, anstatt Steuern zu zahlen". Erfolgreiche Länder aber seien die, die die Balance zwischen Freiheit, gesellschaftlicher Verantwortung und Regeln fänden, und nennt dabei Norwegen.
Barack Obama hat am Sonntag die Bits&Pretzels in München eröffnet, ohne Tracht. Aus dem von den Münchnern erhofften Wiesn-Besuch wurde jedoch nichts - der Secret Service hatte was dagegen.

Sein Auftritt auf der Bits&Pretzels in München war für Barack Obama »a gmahde Wiesn«, bayerisch für eine mühelos zu bewältigende Aufgabe. Denn sein Publikum - durch die bloße Anwesenheit des Ex-Präsidenten bereits euphorisiert - nahm Rat und leise Spitzen dankbar an.

In den ersten Stuhlreihen vor der Bühne hatte neben Messe-Chef Klaus Dittrich nebst Gattin und Netzwerkerin Margit Dittrich auch Social-Media-Prominenz Platz genommen:  Magdalena Rogl, Head of Digital Channels bei Microsoft, ihre Vorgängerin Anna-Lena Müller, heute digitale Markenbotschafterin bei Volkswagen, Tijen Onaran von Global Digital Women oder Sara Weber, Redaktionsleiterin von LinkedIn. 

Dazu bayerische Politiker von Markus Blume über Dorothea Bär bis Katharina Schulze, Konzernvertreter wie Janina Kugel von Siemens, Jan Böhmermann und Joko Winterscheidt, die sich beide prächtig amüsierten über die auf englisch vorgelesene Rede des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger. Und die die Süddeutsche Zeitung im Nachgang als “niederenglisch” bezeichnete. 

Die komplette Halle C1 auf dem Münchner Messegelände  war voll bestuhlt, drei riesige Leinwände zeigten den prominenten Gast auch noch den 140 Meter weiter hinten Sitzenden in ausreichender Größe, als er schließlich gegen 11.30 Uhr auf die Bühne hoppte und die drei Bits&Pretzels-Macher  Andreas Bruckschlögl, Bernd Storm van's Gravesande und Felix Haas  – wie ein paar Tage zuvor Greta Thunberg –  per »Fist bump« begrüßte.

Die drei Gründer hatten zuvor launig erzählt, wie viel Einsatz sie jahrelang gezeigt hatten, um den 44. Präsidenten der USA nach München zu locken – und zwar stets ohne irgendein Feedback zu erhalten. Die Zusage sei dann irgendwann kurz vor Weihnachten 2018 in einer knappen E-Mail eingetroffen. 

„Bescheiden, bodenständig, klug und freundlich“

Eine »packende und zugleich bewegende Rede«, wie es im Anschluss unter #bits19 auf Twitter zu lesen war, war es eigentlich nicht, es sollte ja ein moderiertes Gespräch zum Thema “Impact” werden. Am Ende durfte Barack Obama auf die meist ohne weiteres Nachhaken präsentierten Fragen der Moderatorin sehr ausführlich eingehen. Sei’s drum – es ist schließlich Barack Obama.

 

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Obama auf der Bits&Pretzels

Seine besten Zitate.

Am Ende feiert ihn das Publikum mit Standing Ovations. Zwar hat Obama auf der Bühne nichts gesagt, was nicht auch andere kluge Leute bereits irgendwo schon mal bemerkt hatten. Aber der Tweet des Co-Gründers von Bits&Pretzels, Bernd Storm van's Gravesande bringt es irgendwie auf den Punkt, in dem er Obama als „bescheiden, bodenständig, klug und freundlich“ lobt: eben so ganz anders als der, dessen Name nicht genannt wurde. Weshalb sich Wohlgefühl und leiser Wehmut am Ende die Waage hielten.