Deutschland: Diplom und Master sind die beliebtesten Abschlüsse 52.200 Euro Einstiegsgehalt für promovierte Absolventen

High Potentials“ nehmen heutzutage durchaus selbstbewusst zur Kenntnis, dass sie überall gesucht sind. Doch welche Einstellungskriterien setzen Personaler an? Das hat Kienbaum in einer Studie unter 460 Unternehmen im deutschsprachigen Raum untersucht.

Manche Berufseinsteiger könnten „vor Kraft kaum gehen“ und forderten zudem astronomische Gehälter, beklagen Personaler. Ein klares Kennzeichen für einen Bewerbermarkt: 74 Prozent aller befragten deutschen Unternehmen geben an, dass sie rund ein Viertel ihrer Wunschkandidaten nicht für sich gewinnen konnten. In Österreich gaben das  60 Prozent der Unternehmen an, in der Schweiz 85 Prozent.  Besonders in den Fachrichtungen Forschung & Entwicklung und IT sowie in der Produktion fällt es Unternehmen derzeit schwer bis „sehr schwer“, High Potentials zu rekrutieren.

„Diese Zahl hat sich im Vergleich zur Studie aus dem vergangenen Jahr noch einmal erhöht. Die Unternehmen haben erhebliche Schwierigkeiten, diejenigen Talente an sich zu binden, die ihre Ansprüche voll und ganz erfüllen.“, sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications.
Ein guter Abschluss allein reicht Recruitern aber nicht aus. „Ein High Potential muss neben seiner fachlichen Qualifikation auch durch seine Persönlichkeit überzeugen“, sagt Erik Bethkenhagen von Kienbaum.

Das am häufigsten gewünschte Persönlichkeitsmerkmal war Eigenmotivation vor Fach- und Methodenkompetenz, Praxiserfahrung und  Fremdsprachenkenntnissen. Weniger wichtig – das wird die für ihren Hang zur „Sesshaftigkeit“ berüchtigten deutsche Ingenieure freuen -  ist den Personalern hingegen Mobilität: Nur rund 20 Prozent fordern dies von potenziellen Bewerbern.

Der Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master scheinen deutsche Unternehmen noch nicht zu trauen. Am liebsten rekrutieren deutsche Unternehmen Absolventen mit einem Diplom-Zeugnis. In Österreich ist  dagegen der Master beliebt, in der Schweiz in erster Linie Fachhochschulabsolventen mit Master-Qualifikation. Insgesamt sind im deutschsprachigen Europa High Potentials mit abgeschlossenem Master- und Diplom-Studium beliebter als diejenigen mit Bachelor-Abschluss und promovierte Absolventen.

Auch bei der Vergütung gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Abschlüssen: Die höchsten Einstiegsgehälter erhalten promovierte Absolventen, die in Deutschland ein durchschnittliches Jahresbruttogehalt von 52.200 Euro beziehen. Auf Platz zwei folgen in diesem Ranking die Master-Absolventen (Universität) mit 46.500 Euro vor den Diplom-Studenten mit 44.400 Euro und den Bachelor-Absolventen (Universität) mit 44.000 Euro Einstiegsgehalt.

In Österreich sind die Jahresgehälter dagegen mit rund 10.000 Euro brutto weniger deutlich niedriger.  In Deutschland und der Schweiz werden die Universitätsabsolventen besser bezahlt als die Berufseinsteiger mit Fachhochschulabschluss: Die Vergütungsdifferenz beträgt rund 3.000 Euro. „Das geringere Niveau bei den Einstiegsgehältern macht es vielen österreichischen Unternehmen schwer, High Potentials aus den Nachbarländern Deutschland und Schweiz zu rekrutieren. Deshalb ist es für Firmen in Österreich umso wichtiger, High Potentials mit einem attraktiven Gesamtpaket als Arbeitgeber zu überzeugen“, sagt Christoph Dovits von Kienbaum in Wien.