VDE: "MINT-Programme zeigen Wirkung" 22 Prozent mehr Studienanfänger in der Elektrotechnik

Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben im Jahr 2011 rund 26.500 junge Menschen ein Studium der Elektrotechnik und Informationstechnik aufgenommen. Dies bedeutet eine Steigerung von 22 Prozent.

Der Anteil der Frauen unter den Erstsemestern beläuft sich auf 11 Prozent, was einer Steigerung von 0,3 Prozent zum Vorjahr entspricht. Vor allem die Universitäten verzeichnen einen rasanten Zuwachs mit fast 40 Prozent mehr Studienanfängern. Der Anstieg an Fachhochschulen beträgt gut 10 Prozent. Auch in den anderen technischen Disziplinen herrschen ähnlich hohe Zuwachsraten. Der VDE führt den Anstieg auf die zahlreichen MINT-Projekte zurück.

"Wir nehmen an, dass diese zu einer wachsenden Beliebtheit von Ingenieurstudiengängen geführt haben und sich im Anstieg der Anfängerzahlen niederschlagen", kommentiert VDE-Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer die positive Entwicklung. Der Verband beobachtet eine wachsende Popularität des Studienfachs Elektrotechnik drei Jahre in Folge. Im Jahre 2008 betrug beispielsweise die Zahl der Erstsemester lediglich 17.500 (heute 26.500) und davon waren 1.700 weiblich (heute 2.900). Zu berücksichtigen ist, dass in diesem Jahr wegen den Entlassungsjahrgängen G8 und dem Wegfall der Wehrpflicht insgesamt 15 Prozent mehr Erstsemester an die Hochschulen drängten.

Noch werde der Mangel an Ingenieuren deutlich unterschätzt, so der VDE. "Wir haben aktuell eine Arbeitslosenquote von unter zwei Prozent und damit quasi Vollbeschäftigung", so Zimmer. Auch für die Zukunft gibt der VDE grünes Licht. Immer noch zu geringe Studienanfänger- und Absolventenzahlen und steigende Zahlen aus dem Berufsleben ausscheidender Ingenieure führten spätestens ab 2020 zu einer nochmals verstärkten Fachkräftelücke in der Elektro- und Informationstechnik.

Bis 2020 werde allein der Ersatzbedarf von derzeit knapp 8.000 Elektroingenieuren über 20 Prozent liegen, die Zahl der Hochschulabsolventen nach Schätzungen des Verbandes dagegen nach dem G8-Effekt wieder sinken. Erschwerend komme hinzu, dass viele der ausländischen Absolventen, immerhin bis zu 30 Prozent aller Elektroingenieure an Universitäten, nach ihrem Studium wieder in ihre Heimat zurückkehrten. Gleichzeitig steige die Bedeutung der Elektrotechnik in immer mehr Branchen und Bereichen, von der Elektromobilität über die Energiewende bis hin zu IT-Sicherheit.