Sprechen statt Tippen und Wischen Wird die Stimme zur Benutzeroberfläche?

Probleme mit Dialekten

Herausforderung 3: Nutzung an öffentlichen Orten

Eine weitere Schwierigkeit, die noch nicht ausreichend zu Ende diskutiert wurde, ist die Nutzung einer sprachlichen Benutzeroberfläche in öffentlichen Räumen, wie Zügen oder Restaurants. Kritisch ist in einem solchen Szenario zum Beispiel, dass die Umstehenden die Spracheingabe mithören könnten. Dadurch würden persönliche Informationen nicht nur an den Adressaten, sondern an alle Personen im näheren Umfeld weitergeben.

Ein weiterer Punkt, der bei der Durchsetzung der Sprache als Eingabemodus eine Rolle spielt, ist der Aspekt der Lärmbelästigung. Wenn beispielsweise ein gesamtes Zugabteil lautstark mit seinem Sprachassistent sprechen würde, anstatt auf dem Smartphone oder Tablet zu tippen oder zu wischen, gäbe es einen immensen Anstieg des Lärmpegels.

Herausforderung 4: Spracherkennung

In den letzten Jahren hat sich die Sprachentwicklung um ein Vielfaches verbessert und die Hersteller arbeiten fieberhaft daran, die Technologie kontinuierlich voranzutreiben. Dennoch liegt die Erkennungsrate der Worte immer noch nicht bei 100 Prozent.

Schwierig wird es zusätzlich, wenn die Person versucht, mit dem Sprachassistenten in einem Dialekt zu sprechen. Dieser Eindruck wird von Verbrauchern bestätigt. Ganze 75 Prozent der Befragten geben an, nicht überzeugt zu sein, dass ihre Eingaben korrekt verstanden werden.

Spracherkennung im Smart Home und im Auto

Auch wenn die Nutzung von Sprachassistenten als Benutzeroberfläche prognostiziert wird, gilt es noch ein paar Hürden zu meistern, damit der Nutzer dies als wirkliche Bereicherung wahrnimmt. Nichtsdestotrotz werden die Sprachsysteme immer besser und erobern immer mehr Lebensbereiche.

Ein großer Vorteil gegenüber dem Tippen ist, dass die Hände dabei frei sind. Das ist auch der Grund, warum Spracheingabe bisher vor allem im Smart-Home-Bereich eingesetzt wird. Ein weiterer Bereich, der gerade erobert wird, ist das Auto. Hier liegt der Vorteil klar auf der Hand: Der Fahrer kann sich die Nachrichten vorlesen lassen und den Assistenten mit weiteren sprachlichen Anleitungen bedienen – die Hände bleiben dabei am Lenkrad.

Daraus kann geschlossen werden, dass Sprachassistenten sich momentan überall dort durchsetzen, wo wir meist mit vorrangig anderen Dingen beschäftigt sind oder beide Hände für eine bestimmte Tätigkeit benötigen. Die Bedienung von Technik wird so beinahe zur Nebensache. Dass sie das Smartphone in naher Zukunft komplett ablösen, ist nicht zu erwarten, doch sie haben das Potenzial, unseren Umgang mit Technologie grundlegend zu verändern.