Daten können toxisch sein »Wer nicht aufpasst, bekommt Asbest statt Gold!«

Aus vielen Daten und KI lässt sich nicht auf wundersame Weise Geld verdienen. Wer aus Daten nützliche Informationen gewinnen will, benötigt auch einen passenden KI-Anwendungsfall.

Die Begriffe „Big Data“ und „künstliche Intelligenz“ umweht fast schon der Hauch des Magischen: Wer einfach nur bestimmte intelligente Algorithmen über die vielen Daten laufen lässt, dem offenbaren sie plötzlich alles, was er immer schon wissen wollte. Die Daten wären dann also schon an sich wertvoll: Das neue Öl oder wahlweise auch das neue Gold, wie derzeit immer wieder zu hören ist.

Nun bedeutet der Begriff Big Data nur, dass die Datenmenge die Kapazität eines einzelnen Computers überschreitet und über einen Cluster verteilt gespeichert werden muss. Doch selbst unter der Voraussetzung, dass viele Daten im geeigneten Format und in ausreichender Qualität zur Verfügung stehen, um sie einer eingehenden Analyse zu unterziehen – es lässt sich aus ihnen nicht immer das herausziehen, was die großen Versprechen erwarten lassen.

Dazu ein Beispiel: Einen guten (also sicheren) Autofahrer von einem schlechten Fahrer unterscheiden zu können ist für Versicherungen von großem Nutzen und wird auch bereits eingesetzt – allerdings in statischer, nicht dynamischer Form. Heute wird das jährlich berechnet. Schlummern aber in Telematik-Daten genügend dynamische Informationen über den kontinuierlichen Verlauf des Fahrverhaltens? Ließe sich aus den Daten nicht ermitteln, wer wann risikoreich fährt, also eher Unfälle verursacht, als jemand, der zurückhaltend fährt?