Kommentar Was die Industrie-Blockchain wirklich kann

Heinz Arnold, editor-at-large Markt&Technik, HArnold@weka-fachmedien.de
Heinz Arnold, Editor-at-Large, HArnold@markt-technik.de

Von der Distributed-Ledger-Technology verspricht sich die Industrie wahre Wunderdinge. Sie kennen diese Technik noch gar nicht? Doch, Sie haben bestimmt schon davon gehört: Denn dazu gehört die Blockchain-Technik.

Die Blockchain-Technik bildet die Grundlage für all die schönen Kryptowährungen, die sich zu einer Spielwiese für Abenteurer, Gründer, Innovatoren und natürlich auch kriminelle Elemente entwickelt hat – deren wilde Geschichten die Öffentlichkeit gerne aufnimmt. 

Das Gute daran: Die Blockchain-Technik ist als Begriff angekommen und viele wissen: Die Technik eignet sich für viel mehr als nur für Kryptowährungen. Allerdings sind Modifikationen erforderlich: Denn die aus den Kryptowährungen bekannten langen Transaktionszeiten und die Energie, die die Transaktionen fressen, sind in der Industrie nicht hinnehmbar. Dafür stellen sich viele neue Anforderungen, beispielsweise die hinsichtlich Datensicherheit und Datenschutz. Grundsätzlich ist aber die Distributed-Ledger-Technology flexibel genug, um sich den vielen verschiedenen Anforderungen in der Industrie anzupassen. Ja, sie hat sogar das Zeug, Industrie 4.0 erst möglich zu machen. Im Produktionsumfeld – etwa dem 3D-Druck und dem Datenaustausch – kann sie genauso Anwendung finden wie in der Logistik und im Energieumfeld, wo sich Prosumer einbinden und die Netze stabilisieren lassen, sowie in der Logistik. Die Chancen sind also groß. So prognostizieren die Analysten von IndustryARC einen Umsatz allein mit der Blockchain-Technik für die Automatisierung der Supply-Chain einen Umsatz von 424 Millionen Dollar im Jahr 2023, was einem Wachstum von 48 Prozent pro Jahr entspricht. 

Doch Wunder kann auch die Blockchain nicht vollbringen. Deshalb ist für alle, die sich für die neue Technik interessieren, eine nüchterne Analyse nötig. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um nutzbringend anwenden zu können? Wann sollte man eher darauf verzichten? Welche Geschäftsmodelle lassen sich darauf aufbauen? Was ist der Stand der Technik? Welche Beispiele gibt es bereits und wie sehen die Ergebnisse erster Pilotprojekte aus? 

Antworten auf diese Fragen gibt es auf dem „Markt&Technik Blockchain Summit“, den die Redaktion in Zusammenarbeit mit der NürnbergMesse durchführt. Er findet am 19. Juni im Zollhof in Nürnberg statt. Hier präsentieren Vertreter von großen Unternehmen genauso wie Startups, welche Möglichkeiten die Blockchain-Technik heute schon bietet und welche Fragen noch geklärt werden müssen. Vor allem lernen die Teilnehmer, was sie sich in ihren jeweiligen speziellen Industrieumfeldern erwarten können und wie sie sich im jetzt schon sehr unübersichtlichen Angebot an verschiedenen Systemen zurechtfinden und das Richtige für sich aussuchen können.