Klagen gegen Defense Distributed Waffen aus 3D-Druckern für Jedermann?

Bild 2. Fast so gut wie das Original: Bei der Leistung schwächelt das Silikonherz, bisher steht es nur 3000 Schläge durch.
Über 3D-Druck lassen sich Implantate und sogar künstliche Herzen herstellen, um Leben zu retten. Das Gegenteil geht aber auch: Waffen aus dem 3D-Drucker. Generalstaatsanwälte in den USA klagen nun dagegen, dass Firmen Pläne zum Druck der Waffen auf dem privaten 3D-Druckern einfach über das Internet verkaufen können.

Pistolen im eigenen 3D-Drucker einfach zu Hause fertigen. In den USA könnte dies Wirklichkeit werden. Doch es formiert sich Widerstand.

Zuvor war es zu einem außerordentlichen Vergleich gekommen: Die Firma Defense Distributed darf im Internet Pläne für Schusswaffen anbieten, mit denen 3D-Drucker die Waffen herstellen können.  

Damit erhielten aber »Kriminelle und Terroristen Zugang zu herunterladbaren, nicht verfolgbaren und nicht aufspürbaren 3D-gedruckten Waffen«, wie der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Washington, Bob Ferguson, kritisierte. Die Generalstaatsanwälte von 20 US-Bundesstaaten und des Hauptstadtdistrikts Washington schickten am Montag (Ortszeit) wegen des Vergleichs einen Brandbrief an Justizminister Jeff Sessions und Außenminister Mike Pompeo.

Der Gründer von Defense Distributed, Cody Wilson, hatte bereits 2013 Pläne für die Herstellung einer Schusswaffe auf 3D-Druckern veröffentlicht. Die US-Regierung untersagte ihm das, Cody klagte erfolglos dagegen. Im Juni schloss die US-Regierung dann überraschend den außergerichtlichen Vergleich mit Cody.

Die Generalstaatsanwälte aus den 21 Bundesstaaten schrieben nun, dass sie die vom Außen- und vom Justizministerium bis zu dieser Kehrtwende vertretene Argumentation teilten: »Dass die Veröffentlichung dieser Computerdateien zu Schusswaffen die nationale Sicherheit bedrohen und unsere Bürger gefährden würde.«

Weiter hieß es in dem Schreiben, die Bedingungen des Vergleichs seien »zutiefst gefährlich und könnten eine beispiellose Auswirkung auf die öffentliche Sicherheit haben«. Die Veröffentlichung der Pläne würde zur Bewaffnung von Terroristen und Kriminellen beitragen. Sie würde außerdem auch jenen Menschen den Besitz von Schusswaffen ermöglichen, denen das von den Behörden untersagt worden sei. Damit würde das Leben von Zivilisten, Polizisten und Angehörigen der Streitkräfte in den USA und im Ausland gefährdet.

Dass sich der Staat die Möglichkeiten von 3D-Druckern indes auch zunutze machen kann, zeigt das Beispiel der Bundeswehr. So kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vergangene Woche den Einsatz der Geräte an, um Materialprobleme der Truppe zu bewältigen. Beispielsweise sei es inzwischen möglich, einzelne Ersatzteile für Bundeswehrfahrzeuge mit Hilfe von 3D-Druckern direkt im Einsatzgebiet zu fertigen und dort einzubauen.