30-jähriges Jubiläum von Matrix Vision Vom Grafikcontroller zur Smart Camera für Industrie 4.0

Mit USB-2.0-Platinenkameras von Matrix Vision ausgestattet, finden die autonomen Jät-Roboter des französischen Startups Naïo Technologies ihren Weg durch die Pflanzreihen selbst.

Ob auf dem Land, im Wasser oder in der Luft – die industrielle Bildverarbeitung (IBV) ist mittlerweile auch in viele nicht-industrielle Anwendungen vorgedrungen. Aktiv ist dort beispielsweise die Matrix Vision GmbH in Oppenweiler nahe Stuttgart, die in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag feiert.

Als Werner Armingeon und Gerhard Thullner Matrix Vision am 24. Juni 1986 gründeten, konnten sie nicht ahnen, dass das Unternehmen 30 Jahre später als Bildverarbeitungstechnik-Hersteller 96 feste Mitarbeiter haben und über ein breites Technologie-Knowhow verfügen würde. Dabei begann die junge Firma nicht direkt in der Bildverarbeitung, sondern entwickelte Software für Atomabsorptions-Spektrometer. Während sich Armingeon um den technischen Part kümmerte, war Thullner für den kaufmännischen Bereich in der Firma verantwortlich.

Das nächste Projekt war ein Grafikcontroller für Großbildschirme von Atari-Computern. 1989 stellten Armingeon und Thullner diese Weltneuheit nach nur sechs Wochen Entwicklungszeit auf der CeBIT in Hannover vor. Matrix Vision wurde mit dem Atari-Grafikcontroller Weltmarktführer, aber als Atari von den PCs eingeholt wurde, hatten sich Armingeon und Thullner bereits zu neuen Ufern aufgemacht. Überlegungen, ihr Grafikcontroller-Knowhow in den boomenden PC-Markt einzubringen, waren nur von kurzer Dauer. »Es gab schon etablierte Firmen, und daher war uns der Markt zu riskant«, berichtet Thullner. Stattdessen begann das Unternehmen mit der Entwicklung von Framegrabbern für industrielle Anwendungen, also von Boards zur Digitalisierung analoger Videosignale. Damit stieg es in die noch junge Bildverarbeitungs-Branche ein.

Und damit tat sich auch ein neues Feld für Armingeon auf, der die Standardzusammenstellung einer Bildverarbeitungslösung mit Framegrabber, Kamera und PC als zu aufwändig und unzuverlässig betrachtete. »Durch die Integration aller Komponenten in ein Produkt war die intelligente Kamera geboren«, betont er. »Matrix Vision kann für sich in Anspruch nehmen, eine der ersten intelligenten Kameras auf den Markt gebracht zu haben. Leider musste dieses Projekt einige Zeit hinter anderen Aufgaben zurückstehen, sonst wären wir schon deutlich früher auf dem Markt gewesen.« Die Idee von 1999 schuf die Grundlage für viele Lösungen, die auf intelligenten Kameras beruhen: Verkehrsflussüberwachung in Großbritannien, intelligente Nähmaschinen, Brillenglas-Schleifmaschinen und Briefsortieranlagen in Frankreich sowie Pfandautomaten in Deutschland. Uwe Furtner, verantwortlich für die Produktkonzeption und seit 1996 Partner bei Matrix Vision, hatte bei dem Pfandautomatenprojekt die Federführung. »Durch den gesetzlich vorgegebenen Einführungstermin lagen nur einige Monate vom Start der Entwicklung bis zur Auslieferung einiger tausend Systeme«, erinnert er sich.