Praxisbeispiele von It´s OWL So funktioniert Industrie 4.0 auch für den Mittelstand

In Demonstrationszentren wie dem „Mensch-Maschine-Interaktion Transferlabor“ 
der Universität Bielefeld können Unternehmen neue Technologien erproben
In Demonstrationszentren wie dem „Mensch-Maschine-Interaktion Transferlabor“ der Universität Bielefeld können Unternehmen neue Technologien erproben

Damit produzierende Unternehmen in Deutschland wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie die Chancen der Digitalisierung konsequent nutzen. Praxisnahe Ansätze dafür entwickelt das Spitzencluster it‘s OWL. Zu sehen sind diese auch Ende April auf der Hannover Messe.

Das Spektrum reicht von konkreten Lösungen für Industrie 4.0 über Transferprojekte mit Forschungseinrichtungen bis hin zu Demonstrationszentren für neue Technologien und neuen Geschäftsideen.
Auf dem OWL-Gemeinschaftsstand auf der Hannover Messe (Halle 16 A 04) zeigen 38 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen Lösungen und Forschungsansätze für intelligente Produkte und Produktionsverfahren - und zeigen auf, wie Unternehmen diese nutzen können. Im Technologie-Netzwerk it's OWL - Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe - entwickeln Unternehmen und Forschungseinrichtungen in 46 Projekten gemeinsam neue Technologien und Anwen-dungen, mit denen Unternehmen die Zuverlässigkeit, Ressourceneffizienz und Benutzerfreundlichkeit von Maschinen und Anlagen steigern können. Ausgezeichnet im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, gilt it´s OWL bundesweit als eine der größten Initiativen für Industrie 4.0.

Konkrete Lösungen für Industrie 4.0

Aus den Projekten sind bereits konkrete Lösungen für Industrie 4.0 entstanden, die auf der Hannover Messe gezeigt werden. Phoenix Contact kann beispielsweise mittels einer durchgängigen Datenkette mit einem gemeinsamen Datenformat den Aufwand für das Engineering von Maschinen und Betriebsmitteln um 30% reduzieren. DMG Mori konnte durch die Digitalisierung der Arbeitsvorbereitung das Einrichten und Umrüsten von Werkzeugmaschinen erheblich optimieren. Weidmüller hat bei Umformprozessen wie beispielsweise dem Stanz-Biegen Ausschuss und Fehlerquote um 20% gesenkt. Mit dem Baukastensystem für effiziente Antriebslösungen und dem intelligenten Lastmanagement der Firma Lenze werden bis zu 30% Energie und Ressourcen in der Produktionslogistik eingespart. Durch die Integration neuer Funktionen in die Automatisierungstechnik erreicht Beckhoff signifikante Verbesserungen in der Produktionstechnik. So konnten beispielsweise der Energieverbrauch und der Ausschuss verringert und die Werkzeuglebensdauer deutlich erhöht werden.
 

Aus der Forschung in den Mittelstand

Mit dem innovativen it's-OWL-Transferkonzept werden neue Basistechnologien aus den Projekten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verfügbar gemacht. Dabei geht es beispielsweise um die Bereiche Selbstoptimierung, Mensch-Maschine-Interaktion, Intelligente Vernetzung und Systems Engineering. In Transferprojekten können KMUs in Kooperation mit Forschungseinrichtungen die Technologien auf ihre Anwendungen übertragen. Bis Ende 2017 werden ca. 170 solcher Projekte umgesetzt, 73 laufen bereits oder sind abgeschlossen.
Ergebnisse werden in Hannover gezeigt. So hat das Löhner Unternehmen steute mit dem Institut für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL Lösungen für die intelligente drahtlose Vernetzung von Schaltgeräten entwickelt. Krause DiMaTec ist es gemeinsam mit dem "Heinz Nixdorf Institut" der Universität Paderborn gelungen, additive Fertigungstechnologien in den Produktentstehungsprozess zu integrieren.
Die hervorragende Resonanz und die Rückmeldungen zeigen, dass KMUs in besonderer Weise von der Zusammenarbeit im Netzwerk profitieren. Mit den Transferprojekten erhalten sie einen einfachen Zugang zu praxiserprobten Technologien. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, den Mittelstand fit für Industrie 4.0 zu machen.
Mit dem neuen Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 werden die Aktivitäten weiter intensiviert und in die Breite getragen. Das vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte Kompe-
tenzzentrum Mittelstand 4.0 bündelt künftig die Kompetenzen des Spitzenclusters it's OWL sowie der Regionen Rheinland und Metropole Ruhr.
Darüber hinaus können Unternehmen in Demonstrationszentren an den Forschungseinrichtungen neue Technologien erproben und deren Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen prüfen. Beispiele sind die "Smart Factory" in Lemgo, das "Mensch-Maschine-Interaktion Transferlabor" in Bielefeld und das "Systems Engineering Live Lab" in Paderborn. Ausgewählte Anwendungen werden in Hannover präsentiert.
 

Intelligente Assistenzsysteme
für die Arbeit der Zukunft

Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt verändern. Intelligente Assistenzsysteme können beispielsweise die Arbeitsbedingungen verbessern. Das Institut für Systemdynamik und Mechatronik (ISyM) der Fachhochschule Bielefeld bietet dafür mit seinem Schwerpunkt "Human Mechatronics" Anknüpfungspunkte: Im Entwurf technischer Systeme werden mechatronische und menschliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Auf der Hannover Messe demonstriert das ISyM am Beispiel eines elastischen Roboters, wie Montagearbeiten erleichtert und Mitarbeiter unterstützt werden können. Die Universität Bielefeld stellt ein neues Assistenzsystem für die industrielle Fertigung vor. Das Gerät erkennt Werkstücke und zeigt durch eine Projektion auf der Arbeitsfläche an, wie sie montiert werden müssen. Auch bei der Prüfung von Bauteilen unterstützt das System.

Innovative Gründungen

Aus der Zusammenarbeit im Netzwerk entstehen neue Geschäftsideen. Seit dem Start des Clusters sind 25 neue Unternehmen gegründet worden, von denen sich fünf auf der Hannover Messe präsentieren. So bietet die Paderborner "verlinked GmbH" auf Basis moderner Machine-to-Machine Kommunikation neue Software-Dienste für technische Systeme und Anlagen an. Das innovative Start-up ist erfolgreich am Markt und beschäftigt bereits sieben Mitarbeiter. Auf der Hannover Messe wird der Mehrwert am Beispiel des Wartungs- und Servicemanagements verdeutlicht. Der Demonstrator ver­anschaulicht die vertikale Vernetzung eines technischen Systems, die internetbasierte Kommunikation, eine mobilfähige Webapplikation und die Integration in betriebswirtschaftliche Prozesse. Mehr Informationen gibt es auch auf www.its-owl.de/hannovermesse.