Entwicklung der SmartFactoryOWL Smart-Watch mit SCADA und OPC-UA-Client

Bild: Fraunhofer IOSB-INA

Kann man mit einer Smart-Watch den Gesundheitszustand einer Industrieanlage überwachen? Diese Frage stellten sich die Forscher am Lemgoer Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation und entwickelten dafür eine eigene Schnittstelle, basierend auf vorhandenen Standardtechnologien.

Im Zuge der Forschung rund um die Industrie 4.0 wurde in der integrierten SmartFactoryOWL des Instituts jedes Produktionsmodul mit einer dezentralen Steuerung und einem integrierten OPC-UA-Server ausgestattet. Mit dieser OPC-UA Schnittstelle ist es möglich, die Dienste  des Produktionsmoduls zu nutzen bzw. anderen anzubieten.

 

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SmartWatch mit OPC-UA Client

SmartWatch für sie smarte Fabrik

Ähnlich gingen die Forscher auch bei der Smart-Watch vor: Hier wird auf das Betriebssystem zugegriffen, um dort entscheidende Veränderungen vorzunehmen. Das Ziel besteht darin, im vollen Umfang Zugriffsrechte auf das System zu erhalten. Dadurch war es möglich, auch direkt auf der Uhr einen Zugang zum Internet zu schaffen. Fortan war der Weg frei, auch Apps mit diversen Zusatznutzen zu installieren – auch solche, die ursprünglich nicht für eine Smart-Watch angedacht waren.  Um nun die Dienste eines Produktionsmoduls auf der Smart-Watch zu verwenden, reicht fortan eine handelsübliche OPC-UA-Client-App. In der SmartFactoryOWL konnte somit die Android App TeslaSCADA heruntergeladen und mit der gleichen App eine Visualisierung für das Produktionsmodul geschaffen werden.

Den Vorteil dieser standardisierten OPC-UA-Schnittstelle und der einfachen Mensch-Maschine-Interaktion mittels einer Smart-Watch sehen die Fraunhofer-Forscher in der Flexibilität vor Ort. Konkret erhält der zuständige Facharbeiter die Alarmmeldungen der Anlage nicht nur als optisches Signal auf seiner Smartwatch, mehr noch: Auch ein haptisches Signal, eine Vibration, kann ihm zuverlässig eine Rückmeldung über die Anlagenzustände geben. Direkt am Ort des Geschehens, mit einem Finger am Handgelenk, kann er nun Alarme quittieren oder auch neue Parameter setzen, wie z.B. die Geschwindigkeit eines Förderbandes neu einstellen. Sämtliche Funktionen, die heute bereits an der Anlage mit einem mobilen Rechner oder Tablet ausgeführt werden, sind nun ebenfalls mit der Smartwatch zu bedienen. Allerdings mit dem entscheidenden Plus für die kleine, intelligente Uhr: Sie ist durchweg komfortabel. Weder muss sie umständlich mitgeführt noch irgendwo abgestellt werden, um die Eingabe zu ermöglichen. Bei der Bedienung genügt eine freie Hand oder gar ein freier Finger.