Smarte Geschäftsmodelle sind en vogue! Robotik as a Service und »Kaffee 4.0«

»Fit für die digitale Transformation?« Unter diesem Motto stand das Markt&Technik-Forum »Industrie 4.0« beim Spitzentreffen 2016. Wichtigste Frage: Sind wir reif für die Geschäftsmodelle 4.0? Erkenntnisreiche Antworten lieferten Vertreter aus der Elektronik-, Automatisierungs- und IT-Industrie.

Was bringt die digitale Transformation ganz konkret für Unternehmen? Wie lässt sich Industrie 4.0 wirklich nutzbringend einsetzen, oder ist das alles nur ein Selbstzweck? Was sind die Business En-abler? Die Suche nach den Geschäftsmodellen 4.0 beschäftigt allerorten die Gemüter. »Es gibt bereits Beispiele für neue – digitale – Geschäftsmodelle«, erklärt Dieter Meuser, CTO von itac Software. Zu sehen waren einige davon bereits auf der letzten Hannovermesse.

Meuser greift das Beispiel der Rolls-Royce-Turbinen am Stand von Microsoft heraus: »Hier ist der Business Case, dass die Turbinen nicht pauschal gekauft werden, sondern nach Flugstunden abgerechnet werden. Das heißt, es geht darum, die Verfügbarkeit der Komponente zu erhöhen und mehr Profit zu generieren.« Der Turbinen-Hersteller, in diesem Fall Rolls Royce, hat also laufende Einnahmen mit den Flugstunden des Flugzeugs.

Ein ähnliches Modell hat General Electric nach Auskunft von Heinrich Munz, Lead Architect Industry 4.0 bei Kuka, schon seit längerer Zeit am Laufen: »Wenn der Flieger landet, werden die Daten von einem Techniker über ein Datenkabel herausgeholt, oder sie gehen bereits über das Flugzeug gespeichert online.« Der Vorteil, so Munz, liege auf beiden Seiten: Der Anwender kauft nur die Flugstunden, die er tatsächlich verbraucht. Der Hersteller bekommt die Daten aus der Turbine sehr zeitnah und kann sie im Idealfall schon analysieren, bevor das Flugzeug gelandet ist – und im Falle von Auffälligkeiten sofort reagieren. Dabei fallen nach Auskunft von Ralf Bucksch, Manager von IBM, pro Turbine etwa 10 TByte Daten pro Transatlantik-Flug an. »Diese Turbinen-Daten werden mit Hilfe von IBM-Analyse-Tools so voranalysiert, dass die Service-Mannschaft am Boden bereits mit dem adäquaten Set-Up für eine nötige Reparatur zugegen ist, wenn die Maschine landet«, erklärt Bucksch. 

Analysiert werden müssten die Daten aus Sicherheitsgründen ohnehin, weil sie sicherheitsrelevant sind für den Flugverkehr. »Wenn man die Daten sowieso hat, dann öffnen sich neue Business-Modelle. Das ist ein Enabler für eine völlig neue Art von Business, die wir auch in der Automatisierung und in der Elektronikfertigung in Zukunft vorfinden werden«, ist Munz überzeugt.