Handel und Verkehr profitieren Reutlingen wird Smart-City

Handel wacht auf und profitiert

Die Daten könnten der Stadtverwaltung beispielsweise eine Antwort auf die Frage liefern, wo sich die Menschen am liebsten aufhalten und wo folglich Sitzbänke oder Spielgeräte aufgebaut werden sollten, damit sie sich noch wohler fühlen. Flammer hat viele Ideen für das Projekt, das noch bis Ende 2018 läuft.

Die App, die viele Informationen aus der Smart City bündelt, läuft bereits. Im ersten Monat wurde sie gut 2000 Mal heruntergeladen. Der Deutsche Städtetag sieht die Chance der Smart City allgemein darin, dass die dadurch gesammelten Daten als Grundlage für Entscheidungen der Kommunen dienen können.

Weil der Fokus des Projektes in Reutlingen auch auf öffentlicher Belebung und Verkehr liegt, ist der Handel so eng einbezogen. »Wir waren bisher relativ konservativ unterwegs«, gibt der Vorsitzende des Reutlinger Gewerbevereins, Christian Wittel, zu. Der Optiker und viele Kollegen sehen die App als Chance und können jetzt durch sogenannte Beacons - das sind Bluetooth-Signalgeber, die im Laden an die Wand geklebt werden können - Angebote auf Handys in der Nähe schicken. Und wer vor einem Regal steht, kann durch die Beacons zum Beispiel ein Erklärvideo zu einem Produkt auf dem Handy angeboten bekommen.

Einzelne Aspekte des Reutlinger Projekts werden auch anderswo schon umgesetzt. Dass auch Sensoren zum Einsatz kommen und modernste Technik so umfassend angewendet wird wie in Reutlingen, ist der Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, nicht bekannt. Drei Millionen Euro habe aber auch kaum eine Kommune dafür einzusetzen. Dennoch sagt Hagmann: »Den Städten muss klar sein, die Digitalisierung wird sie verändern.« Kommunen und Handel müssten auch anderswo gemeinsam Geld in die Hand nehmen, um auch künftig noch Besucher in die Städte zu locken.