Gerätebeschreibungs-Modell Problemloser Datenaustausch durch eCl@ss 9.0

eCl@ss ist ein herstellerneutrales Produktbeschreibungs-Format für den elektronischen Datenaustausch zwischen dem Gerätehersteller und dem CAE-Tool.

Als übergreifendes Gerätebeschreibungs-Modell bietet sich der eCl@ss-Standard auch für die Elektronik-Konstruktion in der Industrie 4.0 an, indem er den Datenaustausch zwischen den diversen Entwicklungs-Softwaretools vereinfacht. Was gibt es nun Neues bei eCl@ss im Elektronik-Engineering?

Die Erstellung eines Schaltplans mitsamt Stückliste und Aufbauplan der Geräte für die Montageplatte sowie die Anfertigung der Verdrahtungspläne sind ein klassischer Anwendungsfall in der Elektronik-Konstruktion. Auf Basis dieser Informationen werden dann die Kosten kalkuliert und die nötigen Teile beschafft.

Das E-CAD-Tool braucht dafür spezifische Daten der verwendeten Geräte. Neben der Bestellnummer sowie dem Gerätetyp und -hersteller für den Einkauf gehören dazu das jeweilige Schaltplansymbol, die Abmessungen des Geräts zur Platzierung und die Befestigungsinformationen für dessen Montage. Stehen die Gerätedaten dem Anwender im CAE-Tool bereit, kann er sich ganz auf die Entwicklung des Schaltplans konzentrieren. Ist dies nicht der Fall, muss er die Geräteinformationen oft aufwändig recherchieren.
Bei der Erarbeitung neuer Lösungen sind in den heutigen Prozessen folgende Aspekte zu berücksichtigen:

• schnelles und sicheres Auffinden der passenden Produkte auf Basis der technischen Anforderungen

• Prüfung, ob die Produkte in der geplanten Zusammenstellung anwendbar sind

• korrekte und zuverlässige Preisfindung in der Angebotsphase

• Sicherstellung der vollständigen technischen Machbarkeit im Projekt

• Erstellung der laut Normen nötigen Nachweise

• Beschleunigung der Fertigung durch zuverlässige Informationen, etwa in puncto Verdrahtungs-Routing oder direkte Steuerung von Maschinen zur Bohr-/Fräsautomatisierung

• Lieferung der kompletten Produktdaten während des Betriebs und im Stör-/Wartungsfall

• rechtskonforme Vorgehensweise angesichts der enthaltenen Stoffe bei der Entsorgung.

Nur mit einem standardisierten, tiefgehenden und strukturierten Datenmodell lassen sich die Informations-Anforderungen effizient und verlässlich erfüllen und die Informationen systemneutral zwischen den Anwendungen austauschen. Vor diesem Hintergrund bietet sich eCl@ss als übergreifendes Gerätebeschreibungs-Modell an (Bild 1). Seit 2000 treibt ein eingetragener Verein die Entwicklung des branchenübergreifenden Leistungs- und Produktdaten-Standards voran. eCl@ss dient der Klassifizierung und eindeutigen Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen. Der ISO/IEC-konforme Industriestandard deckt mit seinen rund 39.000 Produktklassen und 16.000 Merkmalen einen Großteil der gehandelten Waren und Dienstleistungen ab. Deshalb wird eCl@ss seit vielen Jahren im E-Procurement der Unternehmen als Warengruppen-Management-System eingesetzt.

Mit der Version 7.0 wurde der Standard um die Struktur eCl@ss Advanced erweitert, die es erlaubt, strukturierte Merkmalleisten abzubilden. Eine Merkmalleiste fasst die Merkmale thematisch in Blöcken zusammen und nutzt sie je nach spezifischen Eigenschaften eines Produkts mehrfach sowie in unterschiedlichen Varianten. So entsteht eine hierarchische Struktur (Baumstruktur), in der Anwender sich wie bei einer Ordnerstruktur des Datei-Explorers bewegen können. Dieser Möglichkeit bedient sich die CAx-Fachgruppe des eCl@ss-Vereins, um die erforderlichen Strukturen zur Abbildung der Daten in den CAE-Tools zu definieren. Die Fachgruppe setzt sich aus Mitarbeitern von E-CAD-Software-Anbietern, Geräteherstellern und Anwendern zusammen. Sie zielt darauf ab, eCl@ss als Standard für den Datenaustausch zwischen Geräteherstellern und CAE-Tools anzubieten und weiterzuentwickeln. Seit 2012 ist die eCl@ss-CAx-Fachgruppe auf der SPS IPC Drives in Nürnberg mit einem Messestand vertreten, der das Thema am Markt präsentiert.