Ericsson, Vodafone und SEW Privates 5G-Netz automatisiert Werk von e.GO

Prof. Günther Schuh (CEO e.GO Mobile AG) und Hannes Ametsreiter (CEO Vodafone Deutschland) nehmen das 5G-Netz im Aachener Werk von e.GO in Betrieb.
Prof. Günther Schuh (CEO e.GO Mobile AG) und Hannes Ametsreiter (CEO Vodafone Deutschland) nehmen das 5G-Netz im Aachener Werk von e.GO in Betrieb.

Ein autarkes 5G-Mobilfunknetz für Industrie-4.0-Fertigung von Elektroautos nimmt e.GO Mobile in Aachen Betrieb.

Dazu rüstet SEW-EURODRIVE ein erstes mobiles Assistenzsystem für die Fertigung bei e.GO Mobile auf die 5G-Technologien um. Denn e.GO setzt in seiner Fertigung und Montage im Werk 1 auf Industrie 4.0. Schon in der Konzeptphase war SEW-EURODRIVE eingebunden: Jetzt kommen die mobile Assistenzsysteme von SEW Bruchsal in der Aachener Fertigung zum Einsatz.

Auch in der Vernetzung und dem damit verbundenen Datenaustausch der mobilen Assistenzsysteme untereinander sowie mit anderen Produktionsschritten geht e.GO Mobile neue Wege. In der Kommunikation startet das Unternehmen jetzt gemeinsam mit Vodafone, Ericsson und SEW-EURODRIVE die Datenkommunikation über ein Mobilfunknetz, welches vollständig vom öffentlichen Mobilfunknetz isoliert ist. Dazu nutzen die Unternehmen die schon jetzt verfügbaren Standards und Protokolle der kommenden 5G-Technologie. SEW-EURODRIVE rüstet in diesem Zuge ein erstes mobiles Assistenzsystem auf die modernen Mobilfunkstandards um, weitere könnten im Anschluss folgen.

Erstes 5G-Netz für Automobilproduktion

Damit kommen erstmals in Deutschland in der Automobilproduktion in einem autarken Netz die 5G-Technologien »Mobile Edge Computing« und »Network Slicing« zum Einsatz. Mobile Assistenzsysteme, Maschinen und Werkzeuge tauschen so nahezu in Echtzeit Informationen aus – über den aktuellen Standort, zum momentanen Batteriezustand oder zur geplanten Fahrroute. Die Mobilfunktechnologie, die Vodafone speziell und virtuell für das e.GO-Werk 1 bereitstellt (Network Slicing), verringert die Verzögerungszeit, mit der die Daten übertragen werden (Latenz) auf weniger als zehn Millisekunden.

Mobile Edge Computing

Die mobilen Assistenzsysteme sind mit Sensoren ausgestattet erfassen eigenständig sämtliche Umgebungsinformationen. Weil die erfassten Daten direkt in der Produktionshalle in kleinen Echtzeit-Rechenzentren (Mobile Edge Computing) ausgewertet werden, gelangen sie per Mobilfunk in Echtzeit zurück zum Fahrzeug. Dieses passt, basierend auf den analysierten Daten, die Fahrtrichtung an, lenkt, bremst und beschleunigt selbstständig. Im Nahfeld kann ein mobiles Assistenzsystem natürlich mit der eingebauten, referenzlosen Navigation oder einem anderen Ortungsverfahren autonom navigieren.

GB-Bandbreiten und kurze Latenzzeiten

Insgesamt 36 kleine Mobilfunkantennen garantieren in der 8.500 Quadratmeter großen Produktionshalle künftig Bandbreiten im Gigabit-Bereich und niedrige Latenzzeiten von wenigen Millisekunden. Die Kommunikation zwischen den Maschinen untereinander wird so noch schneller, die digitale Durchdringung der Produktionsprozesse höher und Arbeitsabläufe noch effizienter. Damit lösen die beteiligten Unternehmen die WLAN-Kommunikation ab und bauen schon jetzt einen Erfahrungsschatz in der Nutzung zellfunkbasierter Kommunikation auf.