Neugründung auf der Hannover Messe »Open Industry 4.0 Alliance« geht an den Start

Auf der Hannover Messe ins Leben gerufen: die Open Industry 4.0 Alliance
Auf der Hannover Messe ins Leben gerufen: die Open Industry 4.0 Alliance

Europäische Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau, Automatisierung und Software haben auf der Hannover Messe die „Open Industry 4.0 Alliance“ ins Leben gerufen. Sie will auf Basis bestehender Standards ein offenes Ecosystem aus interoperabler Hard- und Software sowie Services schaffen.

Die Gründungsmitglieder der Open Industry 4.0 Alliance sind Beckhoff Automation, Endress+Hauser, Hilscher, ifm electronic, Kuka, Multivac und SAP. Die Allianz steht grundsätzlich jedem Unternehmen offen - Balluff, Gebhardt, Pepperl+Fuchs, Schmidtsche Schack, Samson und Wika haben sich schon dazugesellt. Die Mitglieder wollen ein standardisiertes und offenes Ecosystem für den Betrieb hochautomatisierter Fabriken und Anlagen unter Einbindung von Logistik und Services schaffen. Ihr Ziel ist, proprietäre Insellösungen zu überwinden und der digitalen Transformation der europäischen Industrie den entscheidenden Schub zu geben. Die Open Industrie 4.0 Alliance strebt an, dass bis zu 80 Prozent der Maschinen in einer Smart Factory die gleiche Sprache sprechen. Geplant ist, ein „Open Industry 4.0 Framework“ auf Basis existierender Standards wie IO-Link, OPC UA und RAMI zu schaffen.

Kunden haben die Auswahl aus einem Baukasten modularer, kompatibler und skalierbarer Lösungs- und Dienstleistungs-Komponenten, die auf den Kernkompetenzen der Gründer und Mitglieder der Allianz aufbauen. Das Angebot besteht aus den vier Bausteinen Device Connectivity, Edge, Operator Cloud und Cloud Central plus den zugehörigen Dienstleistungen. Device Connectivity stellt die Verbindung zu den Maschinen und Sensoren her. Die Edge ist der zentrale Knoten für alle wichtigen und lokal nötigen Funktionen in der Fabrik. Die Operator Cloud ist der zentrale Knoten im Unternehmen des Kunden; sie hat einen offenen Layer und unterstützt alle unternehmenszentrischen Funktionen und Applikationen. Cloud Central schließlich ermöglicht den bidirektionalen Austausch von Daten (vor allem Stammdaten, aber auch Messdaten aus einer Kalibrierung) und Informationen (etwa technische Dokumentationen oder Reparaturanleitungen) über Unternehmensgrenzen hinweg.

Die ersten Proof-of-Concepts wurden schon im Jahr 2018 abgeschlossen, etwa bei Kuka mit der wandlungsfähigen und flexiblen Matrix-Produktion. Weitere Proof-of-Concepts von Mitgliedern und ihren Kunden sind für den Sommer 2019 vorgesehen. Die Gründungsmitglieder bereiten eine erste Leistungsschau für die zweite Hälfte des Jahres 2019 vor.