Voraussetzung für Industrie 4.0 Mit der Blockchain 3D-Druckdaten sicher austauschen

Dr. Martin Holland, Leiter Strategie und Business Development von Prostep: »Auf Basis der Secure Additive Manufacturing Platform (SAMPL) ist sichergestellt, dass die 3D-Druckdaten in keiner Phase des Prozesses missbraucht werden können. Erst das erlaubt es, echte Industrie 4.0-Umgebungen zu schaffen, um darauf dezentrale Geschäftsmodelle zu etablieren.«
Dr. Martin Holland, Leiter Strategie und Business Development von Prostep: »Auf Basis der Secure Additive Manufacturing Platform (SAMPL) ist sichergestellt, dass die 3D-Druckdaten in keiner Phase des Prozesses missbraucht werden können. Erst das erlaubt es, echte Industrie 4.0-Umgebungen zu schaffen, um darauf dezentrale Geschäftsmodelle zu etablieren.«

Eine der ersten Anwendungen für die Blockchain in der Industrie ist der Austausch von 3D-Druckdaten. Jetzt ist es soweit.

Dr. Martin Holland, Leiter Strategie und Business Development von Prostep und Koordinator des Secure-3D-Printing-Projektes SAMPL, will die Technik industrialisieren.  

Markt&Technik: 3D-Drucken und Additive Fertigung haben ihren Siegeszug in der Industrie bereits angetreten. Die Blockchain ist eine ganz neue Technik, die jetzt über den Hype der Kryptowährungen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten ist. Was hat 3D-Druck mit der Blockchain zu tun?

Dr. Martin Holland, Prostep: Welches Potenzial im 3D-Druck steckt, war schon auf der Hannover Messe 2017 der EMO oder der Formnext zu sehen. Über die Sicherheitsaspekte, dann wenn die 3D Druckdaten an externe Partner übergeben werden,  hatten sich die meisten 3D-Druck-Spezialisten bisher allerdings eher weniger Gedanken gemacht. Ein schwerwiegendes Defizit, denn die Sicherheitsfragen zu lösen, ist die Voraussetzung dafür, dass sich der 3D-Druck tatsächlich auf breiter Front durchsetzen kann. Deshalb haben wir auf der HMI zusammen mir den Konsortialpartnern des SAMPL-Projekts einen ersten Demonstrator vorgestellt und großes Interesse erlebt. Auf Basis der Secure Additive Manufacturing Platform (SAMPL) ist sichergestellt, dass die 3D-Druckdaten in keiner Phase des Prozesses missbraucht werden können. Erst das erlaubt es, echte Industrie 4.0-Umgebungen zu schaffen, um darauf dezentrale Geschäftsmodelle zu etablieren.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an dem SAMPL-Projekt?

Der Austausch und die Lizensierung von 3D-Druckdaten ist eine neue Anwendung für die Blockchain-Technik in der Industrie mit enormen Potenzial für die Zukunft. Das Verbundprojekt hat das BMWi mit 2,6 Mio. Euro gefördert, weitere 1,5 Mio. Euro werden von den Industriepartnern aufgewendet.

Welche Aufgaben übernehmen die Partner aus dem Forschungsbereich?

Die Universitäten Hamburg und Ulm, die TU Harburg und das Fraunhofer Institut ENAS entwickeln die Grundlagen und kümmern sich um den Transfer der Ergebnisse. Als assoziierte Partner steuern Airbus und Evobus die Anwendungsfälle für die additive Fertigung bei.  

Für welche Blockchain-Technik haben Sie sich entschieden?

Wir setzen auf die Blockchain-Technik von Ethereum und haben auf dieser Basis eine eigene private Blockchain aufgesetzt, die produktiv ist. Vergleicht man den Ansatz mit der Bitcoin-Blockchain kann man fasst sagen, dass diese Technik einen Energieverbrauch von Quasi Null hat.
Im Rahmen des Projektes ist geplant in 2018 auch die  Hyperledger Blockchain näher zu betrachten und eine  zweite Implementierung durchzuführen, um weitere Erfahrungen zu sammeln.

Wie lange dauert es, bis eine Transaktion abgeschlossen ist?

Eine Transaktion besteht darin, die entsprechenden Druckdaten hochzuladen,die Lizenz, in der definiert ist, wer was wie oft drucken darf, zu erstellen und in der Blockchain alle relevanten Daten  einzustellen. Eine solche Transaktion ist innerhalb von 1 Minute abgeschlossen.