Nur ein PR-Manöver? McAfee will Bitcoin-Gründer identifiziert haben

Wir armen Menschenkinder/sind eitel arme Sünder/ und wissen gar nicht viel: Das wusste schon Matthias Claudius - obwohl er nichts von Bitcoin ahnen konnte.
Ein gewisser Satoshi Nakamoto soll Bitcoin erfunden haben. Der schillernde John McAfee will nun herausbekommen haben, wer hinter dem Pseudonym steckt. Das behauptete er jedenfalls gegenüber Bloomberg.

Der schillernde John McAfee will den legendären Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto identifiziert haben und seine Identität öffentlich machen – aber nicht sofort.

Denn vorher will er noch Präsident der USA werden, um dorthin zurückkehren zu können, so mutmaßt CNN. Derzeit jedenfalls residiert er auf den Bahamas. In den vergangenen Jahren investierte McAfee in Kryptowährungen und machte auch gegen Bezahlung für Kryptowährungen über Twitter Werbung. Es könnte sein, so urteilt CNN, dass McAfee wegen Klagen aus den USA im Umfeld der Kryptowährungen die Auslieferung an die USA fürchtet. Im Interview mit Bloomberg gab er jedenfalls die Furcht vor einer Auslieferung als Grund dafür an, die Identität von Satoshi Nakamoto noch nicht Preis geben zu wollen – obwohl er sie kenne.   

Wer wirklich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto steckt – einer Einzelperson oder ein Gruppe von Personen, die an der Entwicklung von Bitcoin beteiligt war – ist bis heute unbekannt. Ob McAfee sie kennt, ebenfalls.

Es gibt angeblich einen Betrag, so Bloomberg, von 1 Mio. Bitcoins – nach heutigem Wert rund 5,6 Mrd. Dollar – die sich seit zehn Jahren nicht bewegt hätten. Das ist ein vergleichsweise hoher Betrag, denn es befinden sich insgesamt 17.6 Mio. Bitcoins im Umlauf. Weil sie sich nicht bewegt haben, halten viele den potenziellen Besitzer, Satoshi Nakamoto, für tot.

Dem widersprach McAfee im Interview mit Bloomberg. Er lebe in den USA, er habe mit ihm gesprochen. Und er sei wenig erfreut darüber, dass McAfee seine Identität öffentlich machen wolle.

Falls es das tut, falls es eine lebende Person gibt, die hinter dem Namen Satoshi Nakamoto steckt, und diese Person Bitcoins auf den Markt werfen würde, könnte das den Preis für Bitcoin weiter drücken. Bisher sei der Wert der Boitcoins immer dann gesunken, wenn ein Treuhänder der Pleite gegangenen Kryptowährungsbörse Mt. Gox Bitcoins verkauft habe, um Schulden zu bedienen, so Bloomberg. Aber vielleicht will sich McAfee auch nur ins Gespräch bringen.

McAfee ist bei weitem nicht der erste, der sich auf die Jagd nach dem legendären Satoshi Nakamoto begeben hat. Bisher war Nakamoto aber trotz aller Bemühungen unerkannt geblieben. 2014 wollte ihn »Newsweek« in Person eines Physikers aus Kalifornien gefunden haben, der aber bestritt, Satoshi Nakamoto zu sein. Der australische Unternehmer Craig Wright behauptete 2016, selber hinter Satoshi Nakamoto zu stecken. Das erscheint aber wenig glaubwürdig.  

»Ich habe mein ganze Leben damit zugebracht, Leute aufzuspüren, die ihre Identität nicht preisgeben wollen und darin zu den Besten der Welt gehörten«, sagte Mcafee gegenüber Bloomberg. Zweifel darüber, ob er tatsächlich entdeckt haben könnte, wer sich hinter Satoshi Nakamoto verbirgt, begegnet er selbstbewusst: »Die Leute vergessen, dass ich aus der Technik komme und ich bin einer der Besten.«

1987 hatte er McAffe Associates gegründet, die seitdem mehrere Besitzer hatte, unter anderem Intel. McAffe war in einen Mordfall in Belize verwickelt, kehrte dann in die USA zurück.  Über die vergangene Zeit ist er vor allem durch seltsame Tweets aufgefallen, etwa dass er ein bestimmtes seiner Körperteile essen werde, falls der Bitcoin-Kurs Ende 2020 unter 500.000 Dollar liege.