Ein wichtiges Element für IoT LPWANs aus Sicht eines Mobile Virtual Netwok Operator

Martin Boettner, arkessa

»Wir wollen eine zukunfts­sichere Kommunikationsplattform anbieten und sind offen für neue Technologien. LPWAN wird 
sicherlich dazu gehören.«
Martin Boettner, arkessa: »Wir wollen eine zukunfts­sichere Kommunikationsplattform anbieten und sind offen für neue Technologien. LPWAN wird sicherlich dazu gehören.«

Als Mobile Virtual Network Operator (MVNO) arbeitet arkessa mit Mobilfunkanbietern zusammen und betreibt eigene Kommunikations- und Managementplattformen. LPWANs werden dabei eine interessante Rolle spielen, wie Martin Boettner im Interview mit Markt&Technik erklärt.

Markt&Technik: Hat sich Arkessa mit der LPWAN-Technik bereit beschäftigt?

Martin Boettner, VP Sales VP Sales Germany, Austria, Switzerland von arkessa: Als Connectivity-Provider sollte man LPWANs zur Verfügung stellen, wir arbeiten bereits daran. So beteiligen wir uns an den der Erstellung der Spezifikationen, etwa in der LoRa-Allianz, wir beschäftigen uns mit SigFox und sind über unsere Partnerschaft mit Huawei auch in LTE-M involviert. LPWAN wird ein wichtiges Connectivity-Element für die IoT-Welt werden.

Gibt es konkrete LPWAN-Projekte?

Wir arbeiten mit einem rumänischen Partner zusammen, der zunächst auf Basis von Powerline eine smart-City-Lösung vermarktet hat und dies nun sukzessive um LoRa-Kommunikation ergänzt, um weitere Funktionalität in die Lösung einzubringen. Dabei geht es alleine in den Großstädten Mekka und Riad um Systeme für die Steuerung und Überwachung von Straßenbeleuchtungen mit jeweils 1 Million Leuchten pro Projekt. In Mekka dürften bereits 100.000 Leuchten angebunden sein.

Hauptbetätigungsfeld von Arkessa bleibt es aber, die M2M-Kommuikation über Mobilfunk zur Verfügung zu stellen?

Unser Ziel ist es, zum einen die entsprechenden SIM-Karten verfügbar zu machen, zum anderen den für die jeweilige Anwendung richtigen Mix an Providern auszuwählen und die entsprechenden Services zu bieten. Welche Kommunikationskanäle die Anwender benötigen, das kommt eben auf die jeweiligen Umstände an. Wir binden Mobilfunk genauso ein wie Satellitenfunk oder auch LPWANs, wenn niedrige Datenraten genügen. Wir sehen uns als One-Stop-Shop, der dem Anwender genau das Connectivity-System plus der zugehörigen Dienstleistungen anbietet, das er benötigt.

In Deutschland ist die in Großbritannien gegründete Arkessa ein Newcomer. Wo sehen Sie Wachstumschancen?

Der potenzielle Markt ist sehr groß. Gerade für den Mittelstand sind M2M und IoT und M2M bis hin zu Industrie 4.0 interessante Themen und hier sehen wir noch großen Beratungsbedarf. Arkessa ist aus meiner Sicht gut positioniert, um in diesen neuen Märkten wachsen zu können. Es besteht beispielsweise eine strategische Partnerschaft mit Siemens im Automatisierungsbereich. Wir sind Partner von Huawei. Wir arbeiten eng mit Dell zusammen, die ja gerade erst mit den Embedded-Box-PCs der 3000- und 5000-Serie in den Embedded-Markt eingestiegen ist. Außerdem kooperieren wir auch sehr eng mit SAP.

Ist der Beratungsbedarf tatsächlich so hoch?

Ja, ich gebe nur ein Beispiel: Viele Nutzer sind überzeugt, dass sie sich auf eine gute Datenübertragung verlassen können, wenn die Signalstärke eines Providers in ihrem Gebiet hoch ist. Allerdings kann das täuschen. Wenn der Verkehr in einer Zelle sehr hoch ist und die Kapazität an die Grenzen stößt, was ja häufig vorkommt, dann priorisieren die Provider oft die Telefongespräche, und die Datenübertragung bleibt auf der Strecke.

Im Ausland kann es vorkommen, dass das Gerät zuerst einmal probiert, in das Heimatnetz zu kommen. Schlägt dies dreimal fehl, dann kann es sein, dass das Gerät nicht mehr weiter sucht, obwohl es vielleicht beim vierten Versuch eine Verbindung bekommen hätte. Da kann man also unliebsame Überraschungen erleben. Und häufig ist es nicht einfach, die Ursache für die Probleme zu identifizieren. Da kommt ein MVNO ins Spiel, der über viel Erfahrung verfügt und Abhilfe schaffen kann. Als MVNO ist Arkessa nicht daran interessiert, ein eigenes Netz auszulasten, sondern kann ganz einfach die beste Netzabdeckung und Datenverfügbarkeit anbieten. Das gelingt nachweislich: Die Erstverbindungsrate von Arkessa erreicht knapp 99 Prozent. Unsere Plattform bietet Zugang zu 540 Mobilfunknetzen in 200 Ländern und zu drei Satellitennetzen.

Und künftig werden LPWA-Netze ebenfalls eine wichtige Rolle spielen?

Wir wollen eine zukunftssichere Kommunikationsplattform anbieten und sind offen für neue Technologien. LPWAN wird sicherlich dazu gehören.