Piller Blowers & Compressors Herkömmliche ERP-Systeme und PPS versagen im Sondermaschinenbau

Piller Blowers & Compressors fertigt im niedersächsischen Moringen mit 350 Mitarbeitern 
kundenspezifische Industrieventilatoren und Kompressoren.
Piller Blowers & Compressors fertigt im niedersächsischen Moringen mit 350 Mitarbeitern kundenspezifische Industrieventilatoren und Kompressoren.

Piller Blowers & Compressors, Hersteller von Industrieventilatoren, stand auf dem Weg zur Industrie 4.0 Fertigung vor einer speziellen Herausforderung: die Planung und Steuerung der komplexen und jeweils für jedes System unterschiedlichen Produktionsprozesse.

Wo herkömmliche ERP- und PPS-Systeme an ihre Grenzen stoßen, kann der Software-Anbieter Inform mit der Optimierungssoftware Felios punkten.

Piller Blowers & Compressors, Hersteller von Industrieventilatoren, stand auf dem Weg zur agilen Produktion vor einer speziellen Herausforderung: die Planung und Steuerung der komplexen und jeweils für jedes System unterschiedlichen Piller Blowers & Compressors fertigt im niedersächsischen Moringen mit 350 Mitarbeitern kundenspezifische Industrieventilatoren und Kompressoren. »Zwei Ventilatoren sind schon eine Serie, drei eine Großserie«, macht der Leiter des Auftragszentrums, Bodo Pogunkte, die Verhältnisse klar. Zum Einsatz kommen die Systeme in vielen Branchen der Prozessindustrie weltweit: Pillers Export beträgt 85 Prozent. Die Kunden schätzen die Qualität und Anpassbarkeit der Ventilatoren aus Niedersachsen. Beides wird unter anderem durch eine sehr hohe Fertigungstiefe erreicht. Piller ist damit ein sehr typisches Beispiel eines deutschen „Hidden Champions“, der als Spezialmaschinenbauer aus der Provinz heraus zu den Weltmarktführern in seiner Branche gehört.

Herkömmliche ERP-Systeme und PPS versagen im Sondermaschinenbau

Herkömmliche ERP- und PPS-Systeme lassen die Fertigungsplaner gerade beim Sondermaschinenbau im Stich. Denn hier kommt es vor allem darauf an, individuelle, zum Teil konkurrierende Fertigungsprozesse so auf die vorhandenen Ressourcen zu verteilen, dass das Gesamtsystem optimal arbeitet und gleichzeitig jeder Kunde seinen Ventilator pünktlich geliefert bekommt. Herkömmliche ERP-Systeme planen jedoch gegen unbegrenzte Ressourcen und ignorieren die Beschaffungszeiten von Zulieferteilen, sodass sie den Planern keine Auskunft darüber geben können, wann welcher (Teil-) Fertigungs- oder Beschaffungsprozess durchgeführt werden muss, damit die Ventilatoren termintreu beim Kunden ankommen.

Deshalb wurde bei Piller wie in vordigitalen Zeiten die Fertigung lange mit Excelsheets, täglichen Morgenmeetings und Terminjägern geplant und umgesetzt. Nach einem Wachstumsschub kam diese Art der Fertigungsplanung und -steuerung an ihre Grenzen: Der Aufwand wurde zu hoch, die Terminjägerei musste zu viele bewegte Ziele treffen. Insgesamt fehlten die Transparenz in der Fertigung und der Überblick über die Lieferterminsituation. In dieser Situation machte sich Piller auf die Suche nach einer Lösung, um die Fertigungsplanung und -steuerung neu aufzusetzen. Fertigungsleiter Dirk Hartmann hatte auf seiner vorherigen beruflichen Position bereits die Optimierungskonzepte der Aachener Inform kennengelernt, deren intelligente Verfahren im Sondermaschinenbau schon bei vielen Unternehmen ähnliche Herausforderungen gemeistert hatten. Basis für diese Ansätze, die heute als typisch Industrie 4.0 gelten, ist die Software Felios.

Als Add-on zum existierenden ERP-System schließt sie dessen Planungslücken und übernimmt mit Fuzzy Logic und Operations Research automatisiert die Schicht- und Reihenfolgeplanungen für die real vorhandenen, beschränkten Personal- und Maschinenkapazitäten. Die Software optimiert dabei nicht einzelne Prozesse, sondern das Gesamtsystem „Produktion“ hinsichtlich Durchlaufzeiten, Termintreue und Bestand. Mit Felios lässt sich die Produktion losgelöst vom ERP-System sehr nah am Markt, sprich an der aktuellen Auftragslage, planen und steuern.

Piller prüfte eingehend, ob Informs Planungsansatz und -software für die eigenen, sehr individuellen Produktions- und Beschaffungsprozesse passend sind. Nach einigen Referenzbesuchen und Recherchen im „Felios-Netzwerk“ fiel die Entscheidung, Felios einzuführen. Da die Software „nur“ ein ERP-Add-on ist, konnte sie innerhalb von zwölf Monaten bereichsübergreifend parallel zum Tagesgeschäft eingeführt und von Inform an die Prozesse von Piller angepasst werden.