ERP-Anbieter IFS zur Fabrik der Zukunft Fünf Faktoren werden die Fertigungsbranche verändern

Welche Trends werden die Produktion von morgen gestalten? Der ERP-Anbieter IFS ist überzeugt, dass »die Veränderungen deutlich über die weitere Automatisierung – wie sie die Branche als Industrie 4.0 diskutiert – hinausgehen«. Aus seiner Sicht werden fünf Faktoren die Fabrik der Zukunft prägen.

1. Stärkere Lokalisierung: Fertigungsunternehmen werden künftig wesentlich stärker ausdifferenziert und verteilter sein. Kleinere, aber mehr Standorte sorgen dann dafür, dass sie einen besseren Zugang zu lokalen Ressourcen haben und auf neue Marktanforderungen direkt vor Ort reagieren können. Das ermöglicht ihnen, ihre Supply Chains zu optimieren, agiler zu sein und die Lieferzeiten deutlich zu verkürzen. Daneben wird es aber auch weiterhin sehr große Fertigungsstandorte geben, an denen die Unternehmen ihre größten und wichtigsten Teile herstellen oder montieren.

2. Fortschreitende Digitalisierung: Durch die stärkere Lokalisierung der Supply Chain spielt die Informationstechnik in Zukunft eine noch größere Rolle, als das in der Branche ohnehin schon der Fall ist. Ein Beispiel dafür ist der 3D-Druck. Er wird es etwa ermöglichen, dass ein lokaler Vertriebsstandort zumindest bei kleineren Ersatzteilen einfach die Blaupause herunterlädt und sie direkt vor Ort druckt. Darüber hinaus wird die zunehmende Verbreitung von Cloud Computing und des Internets der Dinge eine neue Generation intelligenter Objekte hervorbringen, die Fertiger mit Echtzeitdaten versorgen können. Sensoren von Anlagen und Maschinen, die bei Kunden installiert sind, liefern den Herstellern dann beispielsweise selbstständig wertvolle Informationen für die Wartung und Instandhaltung, mit deren Hilfe sich bessere After-Sales-Services erbringen lassen.

3. Ausweitung von Kooperationen: Produktionsunternehmen gehen künftig deutlich mehr Partnerschaften ein und arbeiten wesentlich enger zusammen, als sie das heute tun. Zum einen werden sie Partnerschaften mit Universitäten schließen, um sich frühzeitig die besten Talente zu sichern. Aber auch untereinander werden sie stärker kollaborieren. In ersten Ansätzen hat dies laut IFS beispielsweise der britische Hersteller von Transportverpackungen Loadhog bereits realisiert. Er hat demnach mit einem seiner wichtigsten Zulieferer ein Austauschprogramm für Auszubildende ins Leben gerufen, von dem beide Unternehmen profitieren.

4. Flexiblere Konfigurierbarkeit: Die Fertigungsstandorte werden immer häufiger so konzipiert sein, dass sich ihre Strukturen schneller und flexibler an neue Marktanforderungen anpassen lassen. Die Elemente von Werkstätten und Produktionshallen – vom einzelnen Arbeitsplatz bis hin zu den Maschinen – sind heute meist noch sehr starr organisiert. In Zukunft werden sie aber zahlreiche unterschiedliche »Konfigurationen« ermöglichen, die jeweils ideal zu den konkreten Anforderungen passen.

5. Kultureller Wandel: Mit den genannten Änderungen einher geht auch ein Wandel der Unternehmenskultur. Die Außenwelt wird Fabriken nicht länger als staubige und ölverschmierte, sondern vielmehr als offene und stark vernetzte Orte wahrnehmen. Diese Entwicklung hat bereits begonnen, und so erinnern viele Fabriken den Betrachter heute schon stärker an einen Bürokomplex als an eine klassische Fertigungsstätte.

»Um dem zunehmenden Wettbewerbsdruck Stand zu halten und schnell auf die sich ständig ändernden Marktanforderungen reagieren zu können, werden sich die Unternehmen der Fertigungsbranche künftig flexibler aufstellen«, erläutert Herbert Feuchtinger, Vice President Consulting & Support bei IFS in Erlangen. »Moderne Techniken wie das Internet der Dinge oder der 3D-Druck können sie dabei massiv unterstützen. Dieser Wandel wird das Gesicht der Branche nachhaltig verändern – weg von den klassischen Blaumann-Umgebungen und hin zu hoch vernetzten und durchgängig digitalisierten Unternehmen.«