proALPHA ERP-System als Smart-Data-Zentrale der Industrieproduktion 4.0

M2M wird ERP – ein Praxisbeispiel

Ein Beispiel für den nahtlosen Datenverkehr zwischen M2M-Technik und ERP zur Qualitätssicherung findet sich in der Produktion von Kupferlackdraht für die Automobilindustrie. In einer Zusammenarbeit zwischen der Schwering & Hasse Elektrodraht GmbH, dem Plattformhersteller Progress und dem ERP-Spezialisten proALPHA wurde ein Szenario für zerstörungsfreie Qualitätskontrolle entwickelt. 24/7-Produktion mit hohem Durchsatz erlaubte bis dato die Qualitätsprüfung von nur maximal einem Prozent der produzierten Mengen – in einem manuellen Messverfahren. Gerade in der Automobilindustrie jedoch sind die Ansprüche an elektronische Rückverfolgbarkeit sowie die permanente Prozess- und Produktüberwachung sehr hoch. Es galt nun, die zwei Technikwelten der Byte- und Bus-lastigen Maschinensteuerung in der Produktion und der IT mit ihrem ERP-System zu verbinden.

Heute generieren die Maschinen bei Schwering & Hasse während der Produktion mehrere tausend Datensätze pro Sekunde. Bei Produktionsgeschwindigkeiten bis 1000 m/min und einer Tagesproduktion von etwa 150.000 km fallen so mehrere Millionen Datensätze pro Tag an. Für jeden Zentimeter des Drahtes werden der Zustand der Maschine und die Online-Prüfergebnisse in Echtzeit erfasst, um Abweichungen von den Vorgaben entdecken und sofort reagieren zu können. Teilweise mit selbstentwickelten Lösungen und mit Verbesserung der Maschinenschnittstellen wurde ein eigener Standard zur Datenübermittlung geschaffen. Die Daten werden im Hinblick auf Eckwerte wie Außentemperatur, Dicke des Drahtes und Spulengeschwindigkeit analysiert. Die Messergebnisse werden als Qualitätsinformation mit der »Integration Workbench« in das proALPHA-ERP-System eingespeist. Der Abgleich dieser Daten mit spezifischen Kundenanforderungen im ERP-System garantiert, dass das jeweils ausgelieferte Produkt den individuellen Anforderungen des Kunden genügt. Fehler in der Produktion oder Maschinenausfälle werden rasch erkannt und ermöglichen ein schnelles Gegensteuern. Zudem wird die Materialverfügbarkeit sichergestellt und die Maschinenauslastung geplant.