Mission-Control Echtzeit-Erkenntnisse für die datengetriebene Fabrik

Auch wenn „Made in Germany“ noch zählt: Andere Regionen dieser Welt entwickeln derzeit Strukturen, die dazu geeignet sind, selbst bei Kernkompetenzen Paroli zu bieten. Produzierende Unternehmen tun gut daran, die Aufgaben der digitalen Transformation mit Weitsicht zu betreiben.

Wirtschaftlicher Profit hängt künftig immer weniger von der automatisierten und feinmechanisch präzisen Produktion ab, sondern von der intelligenten Nutzung aller in der Fertigung entstehenden Datenströme. Eine Maschine ist nur dann etwas wert, wenn sie funktioniert, ein Mitarbeiter nur dann produktiv, wenn er einer Aufgabe nachkommen kann, die am Ende fakturierbar ist. Fällt die Maschine aus, weil entsprechende Verschleißhinweise nicht geeignet kommuniziert worden sind, führt dies zu Produktionsausfall. Kann ein Mitarbeiter aufgrund von Störungen des Systems nicht arbeiten, verursacht dies ganz einfach Kosten.

Die Werkzeuge, um aus Maschinen intelligente Maschinen zu machen und aus einer Verknüpfung einer Zahl intelligenter Maschinen eine Smart Factory zu bauen, sind vorhanden. Auch ist es durchaus möglich, eine Anzahl von Smart Factories in der Art miteinander zu verknüpfen, dass mittels dezentraler Erfassung von Ereignissen eine zentrale Analyse vorgenommen werden kann, um Ressourcen gezielt einzusetzen.

Smart Factory und IoT

Tatsächlich spielt die physikalische Infrastruktur für die Realisierung von Smart Factories bei der Konzeption eine zunehmend untergeordnete Rolle. Dedizierte aufgaben- und herstellerspezifische Hardware wird zunehmend durch kostengünstige und standardisierte Computersysteme ersetzt. Zudem bieten Cloud-Service-Provider nicht nur hochverfügbare Rechenleistung an, sondern weiterführende Services und Plattformen zur Realisierung individueller Konzepte. Letztlich ist die Wahl der physischen Infrastruktur eine Frage des Preises oder der gesamten IT-Orientierung eines Unternehmens.

Bezüglich der Funktionalität stellt sich die Aufgabe völlig anders dar. Es gilt zu entscheiden, in welchem Umfang die Fertigung automatisiert werden soll oder kann, welche Bereiche mit Standardsoftware abgedeckt werden oder wie intelligente individuelle Konzepte einen Wettbewerbsvorteil erbringen können.

In der konventionellen lokalen Fertigung führt der Weg von der mechanischen Präzision über die elektrische Funktion hin zur Automation. Die Smart Factory geht in Verbindung mit den Möglichkeiten des Internet of Things weit darüber hinaus. Sie ermöglicht die Verknüpfung der Maschinen, Geräte und Sensoren zu Fertigungsstraßen sowie die Verbindung einzelner dezentraler Fertigungsstätten zu Clustern, um einmal etablierte Lösungen an beliebigen Orten einsetzen und zentral überwachen und steuern zu können. Voraussetzung dafür ist ein Big Data-Mining, das alle verfügbaren Produktionsdaten sammelt, aggregiert, analysiert und die entsprechenden Maßnahmen vorschlägt.