BitSecure-Technik der Schreiner Group Echtheit im Handumdrehen erkennen

Thomas Völcker (links) und Michael Spörl von Schreiner ProTech mit Funktionsetiketten ihres Unternehmens
Thomas Völcker (links) und Michael Spörl von Schreiner ProTech mit Funktionsetiketten ihres Unternehmens

Schreiner ProTech entwickelt und produziert Funktionsetiketten beispielsweise mit aufgedruckten Fälschungsschutzmerkmalen oder integrierten RFID-Chips. Hinzu kommt auf Wunsch die Kopierschutztechnologie „BitSecure“, die einen sicheren Nachweis der Echtheit von Produkten und Dokumenten ermöglicht.

Michael Spörl, Leiter Strategisches Marketing von Schreiner ProTech, und Thomas Völcker aus dem Competence Center Schreiner ProSecure erläutern die Hintergründe.

Markt&Technik: Wo liegen die Kernkompetenzen von Schreiner ProTech in puncto Funktionsetiketten?

Michael Spörl: Wir sind ein Geschäftsbereich der Schreiner Group mit Sitz in Oberschleißheim bei München. Kurz gesagt entwickeln wir industrielle Kennzeichnungs- und Sicherheitslösungen sowie innovative Funktionsteile auf Folienbasis. Von der Thermotransfer-Beschriftung über Laserkennzeichnung und RFID-Lösungen bis hin zu Membranen zum Druckausgleich und gedruckter Elektronik: Als zertifizierter Entwicklungspartner und Systemlieferant bieten wir unseren Kunden Lösungen, die helfen, Prozesse zu optimieren und Kosten zu reduzieren. Unsere kundenindividuellen Etiketten kennzeichnen Produkte, ermöglichen ihre Identifizierung und erlauben eine gewissenhafte Dokumentation von Abläufen – etwa beim Einbau technischer Elemente in Autos. Vom Einfach- bis zum Mehrfachverbund, vom Analog- bis zum Digitaldruckverfahren, ob bunt oder monochrom, durch eine große Materialmatrix und einen vielfältigen Maschinenpark entspricht Schreiner ProTech den Anforderungen seiner Kunden.

Stellt Schreiner ProTech die Funktionsetiketten selbst her?

Michael Spörl: Ja, wir haben drei Produktionsstandorte: in Oberschleißheim bei München, im US-Bundesstaat New York und in Shanghai. Insgesamt beschäftigen wir derzeit etwa 1100 Mitarbeiter. Unsere größten Abnehmermärkte sind die Automobil- und die Elektronikindustrie.

Welche Funktionen bieten die „Funktions“-Etiketten denn nun – beispielsweise im Bereich RFID?

Michael Spörl: RFID steht für Radio Frequency Identification und bezeichnet eine Technologie für die Funkerkennung von Daten ohne Sichtkontakt. RFID-Labels zur Produktkennzeichnung sind vor allem in drei Fällen sinnvoll: wenn die Bauteile im Pulk schnell erfasst werden sollen, es keinen direkten Sichtkontakt zum Etikett gibt oder das Etikett durch Umwelteinflüsse unleserlich werden kann. Der Nachteil der RFID-Technologie ist, dass sie in Industrie und Logistik vielerorts nicht ohne Weiteres zuverlässig einsetzbar ist, weil Metall das elektromagnetische Feld stark beeinflusst. Herkömmliche RFID-Transponder sind auf metallischen Objekten nur schwer oder gar nicht auslesbar. Auf Produkten, Bauteilen oder Baugruppen aus Metall war es sowohl preislich als auch wegen der voll automatisierten Abläufe bis dato gar nicht möglich, RFID-Kennzeichnungen effizient und mit praxistauglicher Lesereichweite aufzubringen. Dabei steht nicht nur die reine Lesereichweite der Labels im Vordergrund, sondern auch die einfache Programmierung und Bedruckung sowie die vollautomatische Aufbringung.

Wie haben Sie dieses Dilemma gelöst?

Michael Spörl: Abschirmmaterialien stellen die Funktion unserer ((rfid))-onMetal-Labels auch auf metallischen Oberflächen sicher. Gleiches gilt für elektrisch leitende Kunststoffe, aus denen ESD-Boxen gefertigt werden. Trotz kleiner Baugrößen sind hohe Lesereichweiten möglich. Nur so kann eine metallische Baugruppe über alle Prozesse hinweg voll automatisiert ihre Daten mit den eingesetzten Produktions- und Montagesystemen austauschen. Denn die Industrie fordert seit ein paar Jahren zunehmend durchgängige RFID-Kennzeichnungen für Metallprodukte und in der Logistik für Mehrwegbehälter, um eine unternehmensübergreifende intelligente Materialflusssteuerung im Sinne von Industrie 4.0 zu realisieren. RFID-Lösungen machen die Lieferkette transparent und erhöhen die Effizienz von Produktions- und Logistikprozessen.