Siemens PLM Digitaler Zwilling für Produkt und Prozess

Komplexität in einen Vorteil verwandeln

Um diesen extrem knappen Zeitplan zu schaffen, hat VinFast auf Unterstützung von Siemens und Bosch zurückgegriffen und ihnen vollkommen freie Hand bei der Umsetzung gelassen. In Hinblick auf Siemens wurde fast das gesamte Software-Portfolio genutzt. Als Backbone für die Zusammenarbeit im Bereich Product Lifecycle Management nutzt VinFast Teamcenter, für die Erstellung der digitalen Zwillinge von den Fahrzeugen und der Produktion kommt NX zum Einsatz. VinFast hat außerdem die Siemens Opcenter-Software (ehemals Simatic IT Unified Architecture) implementiert, um die Produktionsgeschwindigkeit und -qualität zu erhöhen. Die MES-Lösung unterstützt das Closed Loop Manufacturing, indem es Echtzeit-Produktionsdaten auf den digitalen Zwilling des Produkts überträgt. Lyon erklärt, dass dank der digitalen Zwillinge viele Prototypen gar nicht gebaut werden mussten, das virtuelle Modell habe vollkommen ausgereicht – das spart Geld und Zeit.

Komplexität in einen Vorteil verwandeln

Eine wichtige Rolle während der Konferenz spielte auch Mendix, das Unternehmen hatte Siemens vor einem Jahr übernommen. Derek Roos, Mitbegründer & CEO von Mendix, erklärte, dass er mit der Übernahme überaus zufrieden sei. Zum einen habe Siemens Mendix auch nach der Übernahme Autonomie gewährt, zum anderen »haben wir alle unterschätzt, welche Möglichkeiten sich durch die Übernahme ergeben«, so Roos.

Zu Xcelerator gehört dementsprechend auch eine erweiterte Mendix-Plattform, mit der Low-Code- und Multiexperience-Applikationen entwickelt werden. Die Mendix-Plattform umfasst auch Cloud- und App-Services für Digital Engineering und Internet of Things (IoT). Sie basieren auf MindSphere, dem Cloud-basierten, offenen IoT-Betriebssystem von Siemens, sowie den einheitlichen Low-Code- und No-Code-Entwicklungsumgebungen von Mendix. Roos erklärt weiter, dass Mindsphere erst der Anfang war, Mendix soll nämlich die primäre Anwendungsplattform für alle Siemens Cloud Solutions werden, so dass Entwickler Applikationen erzeugen können und zwar auf Basis der unterschiedlichsten Systeme, Cloud-Anbieter, Geräte und Infrastrukturen. Mit Mendix haben endlich die Entwickler, die über Know-how in einer spezifischen Domäne verfügen, die Möglichkeit ihre Applikation selbst zu entwickeln, auch wenn sie über keine Programmierkenntnisse verfügen.

Das Produktangebot scheint bei den Kunden anzukommen, denn laut Hemmelgarn konnte das Unternehmen mit seinen knapp 24.000 Software-Entwicklern in diesem Jahr weitere wichtige Geschäfte mit Infineon, NXP, Boeing, Rolls Royce, Chevron etc. abschließen. »Mit einem digitalen Zwilling kann man Komplexität in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln«, so die Überzeugung von Hemmelgarn. Und dass sich viele Unternehmen »digitale Zwillinge« auf die Fahnen schreibt, kommentiert er folgendermaßen: »Alle digitalen Zwillinge beinhalten die geometrischen Daten, das ist aber nur ein Teil des Problems, deshalb gehen wir viel weiter.«

Hemmelgarn gab darüber bekannt, dass das Unternehmen ab sofort »Siemens Digital Industries Software« heißt. »Der neue Name macht viel besser klar macht, wer wir mittlerweile sind«, so Hemmelgarn.