Blockchain-Hauptstadt Berlin »Deutschland technisch an der Weltspitze«

Prof. Dr. Philipp Sandner, Frankfurt School of Finance & Management und Leiter des Frankfurt School Blockchain Center: »Deutschland ist mit Sicherheit kein Blockchain-Entwicklungsland. Gerade finden sehr interessante Entwicklungen in der Startup-Szene in Berlin statt, aber auch an einigen anderen Stellen hierzulande.«

In Berlin hat sich eine quirlige Startup-Szene rund um die Blockchain-Technik entwickelt, den Vergleich mit anderen Ländern nicht zu scheuen braucht.

Der spektakuläre Aufstieg und Fall der Kurse vieler Kryptowährungen sowie die aufsehenerregenden Hackerangriffe auf Kryptowährungen haben das Interesse einer breiten Öffentlichkeit an Bitcoin und anderen dieser Währungen geweckt  – und nebenbei den Blick auf die Startup-Szene in Berlin gelenkt. Neben IOTA, die schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat, wären hier unter anderem Firmen wie NBT AG und Weeve zu nennen. Viele junge Leute, die das Thema schon früh fasziniert hat, haben sich einfach ohne große Vorkenntnisse – spezielle Studiengänge gibt es kaum – in das Abenteuer gestürzt und sich über Learning by Doing zu Experten entwickelt, beispielsweise Dominik Schiener, der 22-jährige Gründer von IOTA, der bereits auf eine über fünfjährige Erfahrung auf diesem Gebiet zurückblicken kann.

Prof. Sandner: »Deutschland ist kein Blockchain-Entwicklungsland!«

Deutschland habe sogar eine führende Position in der Blockchain-Technik inne, davon ist jedenfalls ist Prof. Dr. Philipp Sandner überzeugt: »Deutschland ist mit Sicherheit kein Blockchain-Entwicklungsland. Gerade finden sehr interessante Entwicklungen in der Startup-Szene in Berlin statt, aber auch an einigen anderen Stellen hierzulande.« Nach seinen Beobachtungen liegen deutsche Blockchain-Unternehmen sogar an der Weltspitze und bräuchten sich keineswegs vor dem zu verstecken, was sich in den USA oder in Asien tut. Der Hype um die Kryptowährungen hat zumindest gezeigt, dass die Blockchain-Technik in vielen weiteren Bereichen der Industrie, von der Produktion über die Logistik bis zur Energietechnik – um nur einige zu nennen – das Potenzial hat, Geschäftsabläufe zu revolutionieren.

Das gilt vor allem in Kombination mit den Themen rund um das IoT und Industrie 4.0: Big Data gehört genauso dazu wie der Handel von Daten, die Nutzbarmachung von Daten für Geschäftsmodelle Dritter, der 3D-Druck, der in der Industrie eingebunden werden will, die Organisation des Energiehandels zwischen Versorgern und dezentralen Prosumern in virtuellen Microgrids und vieles mehr. Das wäre dann der seriöse, von den wilden Spekulationsaktivitäten abgekoppelte Teil der Blockchain, der sich langsamer entwickeln, dafür aber viele Industrien tiefgreifend verändern wird.